Luzerner Waldschäden wurden gut bewältigt

Das vergangene Jahr war geprägt von turbulentem Wetter

Sturmholz in Hohenrain Die Schäden im Brandwald in der Gemeinde Kriens Aufräumarbeiten im Vogelsangwald in den Gemeinden Zell und Fischbach

Zwar sind im Kanton Luzern die Schäden an den Wäldern nach dem Wintersturm "Burglind" vor einem Jahr und dem trockenen Sommer erfolgreich bewältigt. Die Waldbestände aber sind geschwächt. Weitere Extremsituationen würden Folgeschäden nach sich ziehen.

Oberstes Ziel der Bewältigung der Naturereignisse im vergangenen Jahr war es, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten und die verfügbaren Mittel effizient einzusetzen, teilte der Kanton Luzern am Donnerstag mit. Die Schäden an Waldstrassen, Wegen und Bacheingängen wurden rasch beurteilt und die Massnahmen zur Beseitigung von gestürzten Bäumen ausgelöst.

Schadenmenge von 150'000 Kubikmeter Holz

Mehrere Sturmtiefs und ein heftiger Föhnsturm haben in den ersten drei Januarwochen 2018 Waldschäden im ganzen Kantonsgebiet verursacht. Die Schadenmenge betrug 150'000 Kubikmeter Holz. Das entspricht zwei Drittel der Menge, die üblicherweise in einem Jahr in den Luzerner Wäldern geschlagen wird. Rund 50 Prozent der Schäden betreffen den Schutzwald. 

70'000 Kubikmeter Holz bearbeitet

In den Schutzwäldern wurden an 300 Standorten Massnahmen getroffen und 70'000 Kubikmeter Holz bearbeitet, heisst es weiter. Davon wurden zehn Prozent - in Gebieten mit schwieriger Topografie - im Wald entrindet und liegen gelassen. Mit dem Ziel, dem Borkenkäfer das Brutmaterial zu entziehen und eine starke Vermehrung vorzubeugen.

Borkenkäfer vermehrten sich

Die Kosten für die primäre Bewältigung der Sturmschäden im Schutzwald werden auf fünf Millionen Franken geschätzt und von Bund und Kanton getragen. Auch Werkeigentümer und unterhaltspflichtige Stellen, die von den Massnahmen profitieren, beteiligen sich an den Kosten. Die Sturmschäden und die lange Trockenheit in der Vegetationszeit schwächten viele Waldbestände, die Borkenkäferpopulation baute sich auf.

Unsicherheiten bezüglich Folgeschäden

Treten erneut Sturmschäden oder ausgedehnte Trocken- oder Hitzeperioden auf, müsse mit Folgeschäden gerechnet werden. Deshalb werden die Behörden die Waldbestände laufend überwachen. Beschädigte oder befallene Fichten sollen ab dem Frühjahr rechtzeitig aus dem Wald entfernt oder vor Ort entrindet werden.

Quelle: sda