Britisches Parlament lehnt Brexit-Abkommen ab

Eine grosse Mehrheit stimmte gegen den Deal von May und der EU

Brexit (Symbolbild)

Das britische Parlament hat das Brexit-Abkommen klar abgelehnt. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte gestern Abend mit rund 400 zu 200 Stimmen gegen den Deal von Premierministerin Theresa May und der EU.

"Das Unterhaus hat gesprochen und die Regierung wird zuhören", kündigte May nach der Abstimmung an. Sie will nun am kommenden Montag das weitere Vorgehen im Parlament darlegen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ihre Regierung den Misstrauensantrag der oppositionellen Labour-Partei an diesem Mittwoch übersteht. 

Historische Niederlage für Regierung

Labour-Chef Jeremy Corbyn sprach nach der Abstimmung von einer katastrophalen Niederlage für die Regierung und dem grössten Scheitern einer Regierung seit den 1920er Jahren.

Es droht ein nicht geregelter Austritt

Der Machtkampf zwischen der Regierung und dem Parlament über den Brexit-Kurs dürfte sich nun aber noch weiter verschärfen. Grossbritannien will die Europäische Union bereits am 29. März verlassen. Gibt es bis dahin keine Einigung, droht ein Austritt aus der Staatengemeinschaft ohne Abkommen. Für diesen Fall wird mit chaotischen Folgen für die Wirtschaft und viele andere Lebensbereiche gerechnet.

EU fordert Klarheit

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht nach dem Scheitern des Abkommens im britischen Parlament ein wachsendes Risiko eines ungeordneten Brexits. "Ich rufe das Vereinigte Königreich dringend auf, uns seine Vorstellungen über das weitere Vorgehen so rasch wie möglich mitzuteilen", fügte Juncker hinzu. "Die Zeit ist fast abgelaufen."

Quelle: sda