Nidwaldner Kinder sollen später eingeschult werden

Die Nidwaldner Regierung verspricht sich davon reifere Jugendliche

Die Erstklässler aus Nidwalden gehören ab dem Schuljahr 2020/2021 vielleicht zu den ältesten der Schweiz. Weil die Jugendlichen Ende der Schulzeit zu wenig reif seien, will die Nidwaldner Regierung das Schuleintrittsalter nun heraufsetzen. Das Stichdatum soll nicht mehr wie jetzt im Juni, sondern neu im Februar sein.

Kinder im Kanton Nidwalden sollen beim Schuleintritt älter sein. Die Nidwaldner Regierung will das Schuleintrittsalter daher heraufsetzen. Ausserdem möchte die Regierung damit die negative Wirkung des Altersunterschieds in den Klassen abschwächen, wie er am Mittwoch in einer Mitteilung schreibt. Die Gesetzesänderung ist frühestens auf das Schuljahr 2020/2021 geplant.

Stichdatum um vier Monate vorziehen

Die Nidwaldner Regierung fordert, dass das Stichdatum - heute der 30. Juni - um vier Monate vorgezogen wird. Dies habe zur Folge, dass rund ein Drittel aller Kinder ein Jahr später eingeschult werde als heute. Das Stichdatum zum Schuleintritt entscheidet über das relative Alter eines Kindes in seiner Schulklasse: Unmittelbar vor diesem Datum geborene Kinder sind in ihrer Klasse relativ jung, während danach geborene fast gleich alt sind, jedoch ein Jahr später eingeschult werden.

Altersdifferenz vor allem für Jüngere schlecht

Für jüngere Kinder in einer Klasse wirke sich die Altersdifferenz hauptsächlich negativ aus, wobei der Effekt je ausgeprägter sei, desto früher die Einschulung erfolge, hält die Regierung fest. Sie beruft sich auf Studien, wonach jüngere Kinder in einer Klasse weniger Ausdauer hätten und eher hyperaktiv seien. Auch besuchten sie später weniger häufig höhere Schulen, würden öfter Opfer von Mobbing und fühlten sich in der Schule weniger wohl.

Reifere Jugendliche nach Ende der Schulzeit

Heute sind die jüngsten Kinder beim Schuleintritt in Nidwalden sechs und beim Austritt 15 und 16 Jahre alt. Laut der Bildungsdirektion und dem Lehrerinnen- und Lehrerverband Nidwalden sind vermehrt Jugendliche am Ende der obligatorischen Schulzeit nicht bereit für einen Entscheid über ihre weitere Ausbildung oder den Einstieg in eine Berufslehre. Mit der Aufhebung des schulischen Brückenangebots sei zudem für solche Jugendliche eine systemische Lücke im Bereich der Anschlusslösungen entstanden.

Älteste Erstklässler

Erhält die Regierung grünes Licht für ihre Pläne, gehören die Nidwaldner Erstklässler zusammen mit denjenigen von Zug und Graubünden dereinst schweizweit zu den ältesten. Die Harmonisierungsvorgaben der Kantonalen Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) würden weiterhin erfüllt. Der zweijährige Kindergarten biete in Bezug auf die Einschulung weiterhin eine gewisse Flexibilität.

Quelle: sda

Kindergarten (Symbolbild).