Vier Verfahren gegen Pilatus Flugzeugwerke

Gegen den Stanser Flugzeughersteller wird wegen dem Jemenkrieg ermittelt

Neue Vorwürfe rund um den Stanser Flugzeugbauer Pilatus. Im Oktober 2018 wurde bekannt, dass das Unternehmen offenbar Geschäfte mit der Luftwaffe von Saudi-Arabien macht und dies nicht korrekt dem Bund gemeldet haben soll. Nun ist nicht nur von Saudi-Arabien die Rede, sondern offenbar auch von anderen Ländern, wie der Tagesanzeiger berichtete.

Bereits Ende Oktober wurde publik, dass der Flugzeughersteller Pilatus bei der saudi-arabischen Luftwaffe vor Ort den Support von Trainingsflugzeugen und Simulatoren macht. Nun zeigen Dokumente, die dem Tagesanzeiger vorliegen, dass die Pilatus-Mitarbeiter auch in Katar, Jordanien, und den Vereinigten Arabischen Emiraten die jeweiligen Luftwaffen unterstützen. Fraglich ist dies, weil die Länder in den Bürgerkrieg im Jemen involviert sind. Ermittelt wird insbesondere auch, weil die Pilatus Flugzeugwerke es offenbar verpasst hat, das Schweizer Aussendepartement über diese Aufträge zu informieren. Dies obwohl eine Meldepflicht besteht.

Der Bund ermittelt nun in vier Verfahren. Weil das Verfahren aktuell noch läuft, verzichten die Pilatus Flugzeugwerke auf weitere Angaben. Genau gleich wie der Bund. Auch das Aussendepartement hat auf Anfrage gesagt, dass sie erst dann kommunizieren, wenn die Untersuchung zu Ende ist.

Pilatus soll Support-Aufträge nicht korrekt an den Bund gemeldet haben.

Audiofiles

  1. Vier Verfahren gegen die Pilatus Flugzeugwerke. Audio: Giulia Jung, Radio Pilatus AG