Masern-Fälle sind weltweit stark angestiegen

UNICEF warnt vor Verharmlosung der Anti-Impf-Kampagne

Masern-Fälle: Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef warnt vor falschen Informationen (Symbolbild).

Weltweit ist die Zahl der Masern-Fälle im vergangenen Jahr stark angestiegen. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF warnt deshalb vor der Verharmlosung der hochansteckenden Krankheit sowie der Anti-Impf-Kampagne. 

Angesichts des weltweiten Anstiegs der Masern-Fälle hat die Unicef vor Fehlinformationen und Nachlässigkeit im Kampf gegen die ansteckende und potenziell tödliche Krankheit gewarnt. In insgesamt 98 Ländern nahm die Zahl der Fälle im vergangenen Jahr zu, wie das UNO-Kinderhilfswerk mitteilte. Dabei sind zehn Staaten für drei Viertel des Anstiegs verantwortlich, darunter mit Frankreich auch einer der reichsten Industriestaaten, wo die Krankheit leicht zu vermeiden wäre.

Warnung vor der Anti-Impf-Kampagne

Während in einigen Ländern bewaffnete Konflikte für die Zunahme der Masern-Fälle verantwortlich sind, wird die Entwicklung in vielen anderen Staaten durch eine Anti-Impf-Bewegung vorangetrieben. Deren Anhänger verbreiten in Online-Netzwerken die medizinisch unhaltbare Behauptung, es gebe einen Zusammenhang zwischen Masern-Impfungen und Autismus. Die Entwicklung drohe die Erfolge jahrzehntelanger Arbeit im Kampf gegen die Masern zunichte zu machen, warnte die UNICEF.

Rückgang der Masern-Fälle in der Schweiz

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO stieg die Zahl der Masern-Fälle im vergangenen Jahr weltweit um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, 136'000 Menschen starben an der Infektionskrankheit. Den stärksten Zuwachs an Fällen verzeichnete die Ukraine: Dort wurden 2018 insgesamt rund 35'000 Fälle registriert, rund 30'000 mehr als im Vorjahr. Die Schweiz, die sich hinter das WHO-Ziel stellt, Masern auszurotten, verzeichnete 2018 gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) einen Rückgang von 54 Prozent von 105 auf 48 Fälle.

Quelle: sda