Zug: Im Gefängnis gibt es weiterhin Konzerte

Bürgerliche wollten Weihnachtskonzerte abschaffen

Symbolbild

Im Zuger Gefängnis Bostadel wird es auch weiterhin Konzerte geben. Dies hat das Zuger Kantonsparlament entschieden. Es stellte sich gegen einen Vorstoss von Seiten SVP, FDP und CVP. Sie seien nicht gegen Resozialisierung, betonten die Postulanten von SVP, FDP und CVP. Aber dass Schwerkriminelle mit Rockkonzerten unterhalten würden, sei ein Affront gegenüber den Opfern, sagte unter anderem Beni Riedi von der SVP.

Die Gefängnis-Konzerte in der Strafanstalt Bostadel finden seit über zehn Jahren jeweils in der Weihnachtszeit statt. Kosten für den Steuerzahler entstehen dadurch keine. Bezahlt werden die Konzerte über den Insassen-Fonds, in dem Bussgelder geäufnet werden. Eine Mehrheit des Zuger Kantonsrats - darunter auch mehrere Bürgerliche - sieht in den Konzerten kein Problem und lehnte die Abschaffung ab. Der Entscheid fiel mit 40 zu 24 Stimmen. Die SP argumentierte, dass man den Häftlingen den Aufenthalt ja keineswegs versüssen wolle, die Abschaffung dieses einen Konzerts aber gar nichts bringe. Das Gefängnis werde dadurch nicht härter, und der Kanton spare auch nichts.

Keine Partystimmung

Die Grünen betonten, dass der Freiheitsentzug bereits die Bestrafung sei. Das müsse nicht noch härter gemacht werden. Die Verhältnisse im Haftalltag müssten zudem dem Leben in Freiheit angeglichen werden. Nur so hätten die Häftlinge nach ihrer Entlassung eine Chance. CVP-Sicherheitsdirektor Beat Villiger ist zufrieden damit, dass die Konzerte weitergeführt werden. Man dürfe sich das nicht falsch vorstellen. Das sei kein Hotel mit Partystimmung. Aber Zug nehme die Grundsätze des Schweizerischen Strafvollzuges ernst. Und dabei sei "eine gewisse Grundachtung gegenüber der Menschenwürde" die Basis.

Audiofiles

  1. Im Gefängnis im Kanton Zug gibt es weiterhin Konzerte. Audio: Carmen Zettel, Radio Pilatus AG