LU/NW: Fusionsprozess der Spitäler läuft weiter

Luzerner Kantonsparlament will keinen Marschhalt einlegen

Das Kantonsspital Luzern

Der geplante Zusammenschluss der Kantonsspitäler Luzern und Nidwalden wird nicht unterbrochen. SP und Grüne wollten mit einem Vorstoss einen vorläufigen Marschhalt. Verlangt wurde ein Versorgungsbericht für die ganze Spitalregion Zentralschweiz. Der Vorstoss war jedoch im Kantonsparlament chancenlos.

Im vergangenen November unterschrieben die Kantonsspitäler Luzern und Nidwalden sozusagen einen Ehevertrag. Ab 2020 wollen sich die beiden Institutionen zusammenschliessen. Das geht der SP und den Grünen zu schnell, es brauche zuerst einen Versorgungsbericht über die Spitalregion Zentralschweiz. Marianne Wimmer von der SP: „Weitere kleiner Spitaleinheiten kommen zunehmend unter Druck und suchen deshalb den Anschluss an grössere Zentrumsspitäler.“

"Wir haben fünf Unispitäler in der Schweiz, aber zwei würden genügen."

Der Rest des Parlaments sah dies anders. Es sei falsch, hier nun einen Marschhalt einzulegen und auf einen Versorgungsbericht zu warten, meinte Armin Hartmann von der SVP: „Die Gesundheitsversorgung wird sich sehr stark verändern. Das ist nicht nur ein laues Lüftchen, hier bläst der Wind schon ziemlich heftig.“ Man müsse deshalb vorwärts machen.

Sowieso seien die Probleme im Gesundheitswesen schweizweit zu lösen und nicht bei den Regionalspitälern, meinte am Schluss der Debatte Gesundheitsdirektor Guido Graf: „Wir haben in der Schweiz fünf Universitätsspitäler, zwei würden genügen, aber hier hat niemand den Mut zu sagen, das brauchen wir und das nicht.“

Audiofiles

  1. Der Fusionsprozess der Spitäler läuft weiter. Audio: Urs Schlatter, Radio Pilatus AG