LU: Richter müssen immer mehr Fälle behandeln

Erstinstanzliche Gerichte haben im letzten Jahr fast 9'200 Straffälle erledigt

Juristische Bücher im Saal des Luzerner Kantonsgerichts (Symbolbild)

Die erstinstanzlichen Gerichte des Kantons Luzern haben 2018 9177 Fälle erledigt, praktisch gleich viele wie im Jahr zuvor. Das Kantonsgericht schloss 2300 Fälle ab, was eine Abnahme von über 8 Prozent bedeutet.

Bei den erstinstanzlichen Gerichten handelt es sich um die vier Bezirksgerichte, das Zwangsmassnahmengericht, das Kriminalgericht und das Arbeitsgericht. 428 Fälle dieser Gerichte wurden ans Kantonsgericht weitergezogen. Somit blieben 95 Prozent unangefochten.

Von den Urteilen des Kantonsgerichts, die weitergezogen wurde, erledigte 2018 das Bundesgericht deren 300. Dabei hiess dieses die Beschwerden nur in 35 Fällen gut, wie dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht der Gerichte zu entnehmen ist.

Prozesse innerhalb acht Jahren fast verdoppelt

Sowohl bei den erstinstanzlichen Gerichten als auch beim Kantonsgericht müssen sich die Richter immer mehr mit Straffällen beschäftigen. Seit 2011 hätten sich die Strafprozesse bei den erstinstanzlichen Gerichten nahezu verdoppelt, teilten die Gerichte mit. Der gleiche Trend zeige sich beim Kantonsgericht.

Um diesen Mehraufwand bewältigen zu können, wurde die Zahl der Gerichtsschreiberstellen erhöht. Bei den Bezirksgerichten wurde zudem die Einzelrichtertätigkeit ausgebaut. Dies habe eine deutliche Entlastung in den Strafprozessen gebracht, teilten die Gerichte mit.

Zur Entlastung der Gerichte trugen auch die Schlichtungsbehörden bei. Sie konnten drei Viertel aller Verfahren auf ihrer Stufe erledigen.

(Quelle: sda)