Stadt Luzern will Quartierarbeit für Senioren ausbauen

Ältere Menschen sollen von Freiwilligen Unterstützung erhalten

Ältere Menschen, die in der Stadt Luzern wohnen, sollen in ihrem Quartier Unterstützung und Geselligkeit erhalten. Die Stadtregierung beantragt deswegen beim Parlament mit dem Verein Vicino Luzern eine Leistungsvereinbarung abzuschliessen.

Die Stadtregierung will das Angebot für ältere Menschen, die noch alleine wohnen, ausbauen. Er beantragt deswegen beim Parlament eine Leistungsvereinbarung mit dem Verein Vicino Luzern.

Die Idee hatte die Geschäftsleiterin der Spitex Stadt Luzern, Tamara Renner. Sie ist nun auch die Leiterin des Vereins Vicino Luzern. Dieser  will in Quartieren Treffpunkte betreiben und Anlässe anbieten, aber auch pflegerische und betreuende Dienstleistungen vermitteln. Von 2014 bis 2017 betrieb er im Neustadtquartier einen Pavillon.

Angebot soll ausgebaut werden

Vicino Luzern plant sein Angebot auszubauen und in Littau und im Würzenbach Quartier weitere Standorte zu eröffnen. Die Tätigkeit des Vereins passe zum Bestreben der Stadt, das selbstbestimmte Wohnen zu fördern, dieses mit Beratung und Information zu unterstützen und die heutige Pflegeversorgung weiter zu entwickeln, schreibt die Stadtregierung in ihrem am Montag vorgestellten Antrag an das Parlament.

Nach Ansicht der Stadtregierung genügt das heutige Angebot für die älteren Menschen nicht mehr. Dieses besteht etwa aus stationärer und ambulanter Pflege, Mahlzeitendiensten, hauswirtschaftlichen Dienstleistungen oder Entlastungsangeboten für Angehörige. Der Ansatz der sogenannten Caring Community gewinne immer mehr an Bedeutung, heisst es im Antrag.

Caring Community

Eine Caring Community ("sorgende Gemeinschaft") sei ein Netzwerk, das Personen mit Sorgebedarf unterstütze, schreibt die Stadtregierung. Sie sei vor dem Hintergrund zunehmender Vereinsamung, aber auch zur Entlastung der Angehörigen von immer grösserer Bedeutung. Eine Caring Community entstehe aber nicht von selbst. Es brauche vor Ort eine Koordinationsfunktion, die das freiwillige Engagement der Quartierbewohner unterstütze, den Kontakt zu staatlichen und privaten Organisationen pflege und Dienstleistungen vermitteln könne.

Vicino Luzern erbringt selbst zwar keine pflegerischen Dienstleistungen. Dennoch könne das Angebot des Vereins als Teil einer umfassend verstandenen Gesundheitsversorgung betrachtet werden, schreibt die Stadtregierung weiter. Es trage nämlich dazu bei, dass ältere Menschen ihren Alltag möglichst selbständig und selbstbestimmt bewältigen könnten.

Knappe Mittel

Die Stadtregierung will den auf drei Standorte erweiterten Verein Vicino Luzern mitfinanzieren. Allerdings muss der Verein wegen der finanziellen Situation der Stadt mit weniger öffentlichen Mittel auskommen als ursprünglich geplant. Der Betrieb der drei Standorte sei aber auch bei einem reduzierten städtischen Beitrag nicht gefährdet.

Insgesamt beläuft sich der  beantragte Sonderkredit für die Dauer von zehn Jahren auf rund 3,7 Millionen Franken. Dies sei eine angemessene Investition in eine vielversprechende präventive Massnahme, schreibt die Stadtregierung. Der jährliche Betrag von rund 400'000 Franken sei auch in Relation zu möglichen Einsparungen bei den Gesundheitskosten zu sehen. Er entspreche etwa den Pflegekosten, die die Stadt im Zeitraum von vier Tagen tragen müsse.

Quelle: sda

Das Angebot für ältere Menschen in der Stadt Luzern soll ausgebaut werden.