Weitere SMS zu Infantino-Lauber-Treffen bekannt

Gegen Bundesanwalt Michael Lauber gibt es noch mehr belastendes Material

Die Gerichtskommission entscheidet heute, ob sie Michael Lauber als Bundesanwalt empfehlen will.

Zum umstrittenen Geheimtreffen zwischen dem Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber und dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino sind nun noch mehr Details bekannt. Eine weitere SMS belastet den Bundesanwalt Lauber. Dies zeigt ein vertrauliches Dokument, das dem Tagesanzeiger vorliegt.

Gegen den Bundesanwalt Michael Lauber läuft ein Disziplinarverfahren. Dies wegen eines umstrittenen Treffens von Lauber mit dem Fifa-Präsidenten Gianni Infantino. Heikel ist das Treffen vom Sommer letztes Jahr, weil die Fifa in mehrere Strafverfahren bei der Bundesanwaltschaft involviert ist. Die Zusammenkunft im Berner Hotel Schweizerhof wurde jedoch nie protokolliert. Michael Lauber, Gianni Infantino und auch der Informationschef der Bundesanwaltschaft André Marty sagen, dass sie sich nicht an das Treffen erinnern können. Dass es stattgefunden hat, wird aber je länger je mehr klar.

SMS belastet Lauber

Zunächst haben Einträge in der Agenda von Lauber gezeigt, dass ein Treffen verabredet war. Weiter ist eine SMS des Walliser Oberstaatsanwalts Rinaldo Arnold aufgetaucht. Darin schrieb Arnold wenige Minuten vor dem Treffen, dass sich Gianni Infantino verspäten würde. Nun enthüllt ein vertraulicher Aufsichtsbericht neue Details, wie der Tagesanzeiger berichtet. Der Informationschef André Marty hat auf die SMS geantwortet. Kurz und knapp schrieb er: «Sali – Kein Problem. Im 1. Stock, Meeting Room III.» Dies kann als weiterer Beweis dafür gelten, dass das Treffen tatsächlich stattgefunden hat.

Obwohl der Aufsichtsbericht weitere Fragen aufwirft, hat die Geschäftsprüfungskommission gestern keinen Hinderungsgrund für die Wiederwahl von Michael Lauber als Schweizer Bundesanwalt gesehen. Sie hat deshalb keine Warnung an die Gerichtskommission abgegeben. Diese entscheidet am Mittwoch, 15. Mai 2019, ob sie Lauber dem Parlament zur Wiederwahl vorschlagen will, oder nicht.