Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

Tele1 Serie: Urner Model Sarina Arnold besucht Spaltenkinder in Kirgistan

Das Urner Model Sarina Arnold hat vor 11 Jahren ein Kind mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte geboren. Seit ein paar Jahren ist sie Botschafterin für Kinder mit Gesichtsfehlbildungen in Kirgistan. In keinem anderen Land der Welt werden so häufig Kinder mit einer Gaumenspalte geboren, nämlich bis zu 500.

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind eine Gruppe von angeborenen Fehlbildungen beim Menschen. Ihnen ist gemein, dass sich in der Embryonalentwicklung Teile der Mundpartie nicht normal entwickeln. In Kirgistan (rund 6 Mio. Einwohner) gibt es pro Jahr bis zu 500 Neuerkrankungen, also Kinder, die mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten geboren werden. Im Jahr 2006 reiste eine Delegation des Stiftungsrates "Zuversicht für Kinder" nach Kirgistan, für sie klar, dass sie diesen Kindern helfen wollen. Seit 1997 sind sie in der Hauptstadt von Kirgistan tätig und seit Frühjahr 2014 gibt es auch im Süden des Landes einen neuen Operationssaal in der Oblastklinik. 

Sarina Arnold reiste schon zum vierten Mal nach Kirgistan. Mit ihr sind auch vier Spezialisten mitgereist. Darunter das Aargauer Ehepaar Marcel und Yvonne Frei als Kieferorthopäde und Dentalhygienikerin, Logopädin Marianne Campiche und Gesichtschirurg Beat Hammer. Die vier sind mit Herzblut dabei und reisten schon mehrmals für je zwei Wochen nach Kirgistan, um dort gratis Patienten zu behandeln. Mittlerweile gibt es im Süden in Osch und im Norden in der Hauptstadt Bischkek zwei Kliniken, welche die Stiftung geholfen hat aufzubauen und auszustatten.

Immer noch viele Probleme in der Klinik

Vieles läuft schon gut, erzählt Marcel Frei. Aber sie haben schon Stromausfälle erlebt und wenn es regnet sind die Rohre verstopft und sie haben kein Wasser mehr. Auch gibt es in der Klinik in Osch keinen Lift oder die Kleinkinder müssen sich als Aufwachraum ein Bett teilen. Zudem gibt er zu bedenken, dass der Patientenüberblick nicht immer gegeben sei. Mal kommt ein Patient erst um 4, der morgens um 10 Uhr vor Ort hätte sein sollen oder es kommen gleich viele unangemeldete Patienten auf einmal. Ein anderer Punkt ist, dass wieder einmal nicht alle Koffer bis nach Osch gekommen sind, so zum Beispiel auch der von Beat Hammer und Marcel Frei. Beide hatten wichtige Utensilien eingepackt, Beat Hammer für seine Operationen, Marcel Frei für seine Zahnarztbehandlungen. Trotz vielen schwierigen Situationen konnte man bisher viel Gutes bewirken, erzählt Marianne Campiche. Seit 2011 ist sie aktiv im Projekt in Kirgistan tätig. Dort kann sie ihr logopädisches Fachwissen und die langjährige Erfahrung den Studenten, den Logopäden und den Betreuerinnen in den Sprachheilschulen- sowie Heimen weitergeben.

"Wonder Woman"

Yvonne Frei wird von Sarina Arnold als "Wonder Woman". bezeichnet. Sie habe den Überblick, wisse wie man mit den Kirgisen verhandeln müsse und sei einfach das Mami von allen. Yvonne Frei reiste gleich selber mit dem Bus von der Schweiz an, rund sechs  Wochen war sie unterwegs von Endingen (AG) nach Osch. Das sind rund 75 Stunden Fahrt. Dafür konnte auch sie den Bus mit Desinfektionsmitteln oder Zahnärztematerial füllen. Auch sie reiste schon mehrere Male nach Kirgistan und führt den Job der Allrounderin mit Herzblut aus. Auch die kirgisischen Spezialisten vor Ort haben grossen Respekt vor ihr, wenn Yvonne Frei etwas verlangt, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt. "Manchmal muss man ihnen schon ein bisschen Feuer unter dem Hintern machen, aber es kommt gut", meint die besagte "Wonder Woman". 

Tele1 und Radio Pilatus durften sie auf Ihrer Reise begleiten. Auf dem Programm standen Besuche im Waisenhaus, bei einer Patientenfamilie und in der Klinik. Die vierteilige Serie läuft von heute 30.Mai bis und mit Sonntag 2.Juni in den Nachrichten. 

Sarina Arnold Kirgistan und die Schweiz arbeiten zusammen Operation am Gaumen Aufwachraum "Osch 1" und der Direktor der Klinik mit der Dolmetscherin für die Schweizer Delegation Logopädie-Stunde Kind mit Narbe nach Operation