Spatenstich für den Doppelspurausbau Walchwil

Gegner des SBB-Vorhabens gingen vergeblich bis vors Bundesgericht

Am Ostufer des Zugersees wird nach einem jahrelangen Streit nun gebaut. In Walchwil war am Mittwoch der symbolische Start für die Bauarbeiten der rund zwei Kilometer langen Doppelspur. Die Gegner des Projekts gingen bis vors Bundesgericht, sind dort aber gescheitert. 

Es ist eine der längsten Sperrungen der Geschichte der SBB. Anwohner und Politiker haben sich immer wieder gegen dieses 200 Millionen Franken-Projekt gewehrt. Es gäbe mehr Lärm, bringe den Walchwilern nichts und sei damit überflüssig. Vor dem Bundesgericht sind die Gegner aber gescheitert. Für die SBB war der Spatenstich am Mittwoch, 5. Juni, ein Freudentag.

Fehlendes Puzzleteil der Nord-Süd-Verbindung

Die Strecke bei Walchwil war bisher nur einspurig befahrbar. Der Doppelspurausbau sei ein fehlendes Puzzle-Teil in der Nord-Süd Verbindung. Cornelia Mellenberger, Leiterin SBB Fernverkehr gegenüber Radio Pilatus und Tele 1: 

"Die Doppelspur erlaubt uns, fleissiger zu fahren und bessere Verbindungen im Regional- und Fernverkehr zu produzieren. Wir nutzen selbstverständlich das Zeitfenster beispielsweise auch für Instandhaltungsarbeiten und den Ausbau auf Doppelstock in Tunnel."

Dadurch sei man für die kommenden Jahre gewappnet. 

Gegenvorschlag hätte viel weniger gekostet

Für die Gegner ist das SBB-Projekt die falsche Lösung. Alt Kantonsrat der Grünen Zug, Martin Stuber gegenüber Tele 1 und Radio Pilatus: 

"Unser Vorschlag hätte einen durchgängigen Halbstundentakt gebracht von der S2 zwischen Zug und Arth Goldau. Das wäre ein Fortschritt gewesen. Er hätte viel weniger gekostet und im besiedelten Gebiet den aufwändigen und teuren Doppelspurausbau nicht nötig gemacht." 

Ab dem 9. Juni wird die entsprechende Strecke für rund eineinhalb Jahren gesperrt sein. Der Zugverkehr wird über Rotkreuz auf die andere Zugersee-Seite umgeleitet. Die Pendler zwischen Zug und Arth Goldau müssen mehr Zeit einplanen.