Die Polizei über Cannabis-Pilotversuch in Luzern

Verband Schweizerischer Polizei-Beamter ist Liberalisierung gegenüber kritisch

Die Legalisierung von Cannabis ist in der Schweiz seit langem ein grosses Thema. Am Mittwoch, 12. Juni, haben sich in Bern rund 150 Polizistinnen und Polizisten mit Experten aus dem In- und Ausland getroffen, um über das Thema zu diskutieren. Auch im eidgenössischen Parlament ist die Cannabis-Legalisierung derzeit ein Thema. Bis entsprechende Entscheide getroffen wurden, steht auch das Pilotprojekt in der Stadt Luzern auf Eis, mit dem die Stadt einen regulierten Cannabis-Verkauf testen will.

In Kanada, Uruguay und gewissen Staaten in den USA ist das Kiffen heute schon legal. In der Schweiz möchte man dies mit zwei Pilot-Projekten in Bern und Luzern testen. Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter ist gegenüber der Legalisierung kritisch. Risiken gäbe es nämlich auch dann noch, sagte Jürg Wobman, Chef der Luzerner Kriminalpolizei: 

"Für uns wäre es auch bei einer Legalisierung wichtig, dass man im Strassenverkehr darauf achtet, dass die Fahrer nicht bekifft fahren (...) Weiter geht es darum, dass der Jugendschutz aufrecht erhalten werden kann, sodass nicht Jugendliche in Kontakt mit Cannabis kommen."

Wobmann sieht in der Legalisierung von Cannabis auch Vorteile. Aber eines der Hauptargumente der Befürworter, die "Entkriminalisierung" sei damit nicht ausreichend gelöst: 

"Auch wenn es zu einer gewissen Liberalisierung des Cannabis kommt, würde es weiter einen Schwarzmarkt geben. Da hätten wir genügend zu tun, den Schwarzmarkt entsprechend in den Griff zu bekommen."

Schlussendlich sei es jedoch Sache der Politik, darüber zu entscheiden. Die entsprechende Gesetzesänderung hat der Bundesrat bereits im Februar vorgestellt. Über die Pilot-Projekte entscheidet als nächstes das eidgenössische Parlament.

Rund 150 Polizistinnen und Polizisten diskutierten in Bern zum Brennpunkt Cannabis (Symbolbild).