Hausbesetzer: Luzern will weiterhin verhandeln

Die Luzerner Stadtregierung stellt sich gegen einen SVP-Vorstoss

Die Stadt Luzern will auch in Zukunft  mit Hausbesetzern verhandeln (Archivbild).

Die Luzerner Stadtregierung will auch künftig mit Hausbesetzern verhandeln, bevor sie eine Strafanzeige und eine Räumung in Betracht zieht. Sie lehnt einen Vorstoss ab, der unter anderem fordert, auf Verhandlungen zu verzichten.

Der Vorstoss aus der SVP-Fraktion des Stadtparlaments verlangt vom Stadtrat ein Reglement, welches die Behörden verpflichtet, bei Hausbesetzungen innert 48 Stunden einen Strafantrag zu stellen und die Räumung zu fordern. Auf Forderungen der Besetzer soll der Stadtrat nicht eingehen. Die Kosten sollen den Besetzern in Rechnung gestellt werden.

Stadtregierung hält nichts vom Vorstoss

Davon hält die Stadtregierung allerdings nichts, wie sie am Donnerstag in ihrer Stellungnahme zum Vorstoss schreibt. Man unterscheide zwischen erlaubter Zwischennutzung und illegaler Hausbesetzung. Die Zwischennutzung beuge der Besetzung vor.

Räumung innert 48 Stunden

Bei einer unzulässigen Hausbesetzung würden die Besetzer aufgefordert, innert 48 Stunden die Liegenschaft zu verlassen. Erst wenn dies nicht erfolge und Gespräche keinen Erfolg versprächen, erstatte man Anzeige und beantrage die Räumung. Ob die daraus entstandenen Kosten auf die Besetzer überwälzt werden, entscheide der Stadtrat nach dem
Verhältnismässigkeitsprinzip.

Kein Verzicht auf Verhandlungen

Auf Verhandlungen verzichten will der Stadtrat nicht, weil eine voreilige polizeiliche Intervention zu Provokationen und Eskalationen führen und nachteilige Folgen haben könnte. Auf ein Reglement will die Regierung verzichten, um sich auf den Einzelfall bezogen eine gewisse Flexibilität offenzuhalten.

(Quelle: sda)