Atommächte investieren in moderne Waffen

Atomwaffen werden weltweit wieder wichtiger

Atombombe (Symbolbild)

Rund 30 Jahre nach dem kalten Krieg scheinen Atomwaffen wieder immer wichtiger zu werden. Zwar gibt es deutlich weniger atomare Waffen, jedoch investieren die Atommächte wieder mehr in die Modernisierung. 

Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri warnt vor besorgniserregenden Trends bei der atomaren Bewaffnung. Der Abbau der Arsenale in aller Welt habe sich in den vergangenen Jahren entscheidend verlangsamt, sagte der Sipri-Experte Shannon Kile der Deutschen Presse-Agentur.

Die Regierungen aller Atommächte seien zudem dabei, ihre Atomarsenale zu modernisieren. "Was wir sehen, ist, dass Atomwaffen bei nationalen Sicherheits- und Militärstrategien wieder wichtiger werden", sagte Kile. Eine atomwaffenfreie Welt sei somit weiter nicht in Sicht.

Wie aus dem am Montag veröffentlichten Sipri-Jahresbericht 2019 hervorgeht, ist die Gesamtzahl der Atomwaffen von Anfang 2018 bis Anfang 2019 von etwa 14 465 auf schätzungsweise 13 865 zurückgegangen. Das entspricht einem Rückgang von knapp vier Prozent.

Als Grund dafür sehen die Friedensforscher vor allem, dass die USA und Russland gemäss internationaler Verträge ihre Bestände verringern. Dabei handele es sich aber weitgehend um Systeme aus der Zeit des Kalten Krieges, die überflüssig geworden seien und nicht mehr benötigt würden, sagte Kile. Laut Sipri verfügen ausserdem Grossbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea über Atomwaffen.

(Quelle:sda)