Elektro-Autos sind leise und daher gefährlicher

Sehbehinderte und Blinde fordern Massnahmen des Parlaments

Am Dienstag, 18. Juni 2019, hat der Ständerat an der Sommersession in Bern über künstliche Motorengeräusche in Elektro-Autos diskutiert. In den EU-Ländern ist dies nämlich ab Juli Pflicht. Für Fussgänger und vor allem für sehbehinderte Personen können Elektro-Autos lebensgefährlich sein.

Leisere Motoren, Flüsterbeläge und Temporeduktionen. Es wird viel gemacht damit es auf den Strassen weniger laut ist. Es gibt aber auch Autos die zu leise sind. Elektro- und Hybridautos hört man praktisch nicht, wenn sie unter 20 km/h fahren. Das sei im Alltag eines der grossen Herausforderungen und Gefahren, sagt der seebehinderte Rolf von Wartburg aus Rothenburg. «Ich muss mich auf mein Hörvermögen verlassen. Aber bei solchen Elektro-Autos höre ich gar nichts. Das ist sehr gefährlich», sagt er.

Diese Meinung teilen nicht alle. Der Luzerner Ständerat Konrad Graber ist gegen die Einführung dieses Gesetzes. Für ihn sollten die Autofahrer mehr sensibilisiert werden und nicht noch mehr Lärm produzieren: «Viele motzen ständig über zu viel Lärm des Strassenverkehrs und jetzt sollen wir ein Gesetz schaffen, welches noch mehr Lärm bringt. Das geht für mich nicht auf.» Der Bundesrat befürwortet jedoch das Gesetz der EU.

Gleich viel Lärm wie normale Autos

Dieses Gesetz sieht vor, dass bei Elektro-Autos ein künstliches Motorengeräusch eingebaut werden muss. Dieses wird lediglich bis 20 km/h zum Einsatz kommen. Danach ist das Rädergeräusch gleich laut wie bei einem normalen Auto. Es gäbe also nicht mehr Lärm im Strassenverkehr.