Die Luzerner Umweltorganisationen hören genau hin

Besuch an der Klima-Sondersession im Kantonsparlament LU

Hitzige Diskussionen über 59 Vorstösse standen an der Klima-Sonderdebatte im Luzerner Kantonsparlament an. Diese wollten sich die Umweltorganisationen nicht entgehen lassen. Der Vertreter der Umweltorganisationen Pro Natura, VCS, Birdlife und WWF Luzern hat die Debatte von der Zuschauertribüne aus mitverfolgt.

Kurt Eichenberger, der Geschäftsführer von WWF Luzern, hat als Vertreter der Umweltorganisation die Morgensession mitverfolgt. Ihm fällt dabei Folgendes auf: "Vor allem die rechten Parteien betreiben eine Profilierungs-Politik, jeder meint, er hätte das richtige Rezept. Aber eigentlich müssen wir jetzt zusammenstehen und überlegen, was man gemeinsam machen könnte. Die Parteienpolitik soll dabei in den Hintergrund treten", sagt er noch während der Morgendebatte.

Noch viel Luft nach oben

Nach Behandlung von einem Drittel der Vorstösse zieht Kurt Eichenberger ein vorsichtig positives Fazit. Die Sondersession laufe besser, als man hatte erwarten dürfen. Zwar betreffen die meisten Vorstösse Planungen und Prüfungen. Wo es um konkrete Massnahmen geht, gibt es noch viel Luft nach oben. Dass aber eine GLP-Motion, welche Netto-Null-CO2-Emmissionen bis 2050 fordert vom Rat bejaht wurde oder dass der symbolische Klimanotstand ausgerufen wurde, sind starke Zeichen mit einer hohen Symbolik. Darauf liesse sich aufbauen, so Eichenberger. Aber um den Klimawandel aufzuhalten, brauche es klar mehr. Die Umweltverbände werden versuchen, mit den Parteien zusammen in diese Richtung zu gehen.

Hat der Kanton die Hausaufgaben gemacht oder nicht?

"Der Kanton Luzern habe seine Hausaufgaben gemacht", sagt der SVP-Kantonsrat Pius Müller gegenüber Tele 1 und Radiopilatus. Viel am Klimawandel ändern, könne er daher nicht. Ausserdem soll keine Hysterie um das Klima gemacht werden. Anders sieht dies die Grüne-Kantonsrätin Monique Frey: "Die Politik hat einen Gestaltungsspielraum. Auch die Luzerner Politik ist wichtig- Wir können nicht auf andere warten um etwas zu machen. Der Kanton Luzern hat hier ganz viele Möglichkeiten".

Der Geschäftsführer von WWF Luzern Kurt Eichenberger verfolgt die Klima Sondersession.