Das letzte Mal "Zentralschweiz am Sonntag"

Heute ist die letzte Ausgabe der Sonntagszeitung erschienen

Zentralschweiz am Sonntag (Symbol)

Heute erscheinen die Sonntagszeitungen „Zentralschweiz am Sonntag“ und „Ostschweiz am Sonntag“ zum letzten Mal. Beide Zeitungen wurden aus finanziellen Gründen eingestellt. Als Alternative erscheint in der Zentralschweiz neu am Samstag die „Schweiz am Wochenende“ welche einen ausführlichen regionalen Teil enthält.

Am heutigen Sonntag ist die Ära der regionalen Sonntagspresse zu Ende gegangen. Die Redaktionen der Zeitung "Zentralschweiz am Sonntag" und der "Ostschweiz am Sonntag" lieferten ihre letzten Ausgaben ab.

Die Blätter verabschiedeten sich unter anderem jeweils mit speziellen Editorials. In der "Zentralschweiz am Sonntag" erklärte der Publizistische Leiter CH-Media, Pascal Hollenstein, die Einstellung habe wenig mit der Leserschaft oder den Zeitungsmachern zu tun. "Dramatisch indes verlief die Entwicklung am Inseratemarkt." Die "Zentralschweiz am
Sonntag" sei ein Opfer der unerbitterlichen wirtschaftlichen Logik imInternetzeitalter geworden, wo die Zeitungsbranche im zweistelligenProzentbereich an Google, Facebook & Co. verliere.

Würdiger Abschied mit guten Geschichten

Die "Zentralschweiz am Sonntag" würdigte zum Abschied gute Geschichten der Vergangenheit und verweist als jüngstes Beispiel etwa auf die Untersuchung der Eidgenössischen Finanzkontrolle EFK beim Rüstungskonzern Ruag, welche die Zeitung angestossen habe. Auch die Recherchen zu Aktienanlagen der Nationalbank in Rüstungskonzerne sowie das Aufdecken von Missständen bei der Armee werden hervorgehoben.

Das vierbündige Blatt "Zentralschweiz am Sonntag" hatte zuletzt eine Auflage von 89'089 Exemplaren und erreichte rund 178'000 Leserinnen und Leser in der Deutschschweiz. Der Verlag CH Media hatte im März angekündigt, die Zeitung aus finanziellen Gründen nicht länger drucken zu wollen. Als Alternative erscheint in der Zentralschweiz neu am Samstag die „Schweiz am Wochenende“ welche einen ausführlichen Regionalteil enthält.

Stellenabbau in Gang gesetzt

Von der Einstellung der Sonntagszeitungen sind in den Redaktionen der Ost- und Zentralschweiz rund zehn Vollzeitstellen betroffen. Zudem gibt es weniger Arbeit bei der Zeitungszustellung. Gemäss der Gewerkschaft Syndicom drohten durch die Einstellung der Zentralschweizer Sonntagzeitung rund 400 Personen die Entlassung bei der Post-Tochter Presto Presse-Vertriebs AG.

Die "Zentralschweiz am Sonntag" war im September 2008 lanciert worden, weil, wie es damals hiess, der Sonntag immer mehr zum Lesetag werde. Das Blatt startete mit dem Anspruch, neben den national ausgerichteten Sonntagstiteln eine Regionalzeitung zu sein. Der damalige Verlag, die LZ Medien, war bei den Inseraten eine Zusammenarbeit eingegangen mit der ehemaligen Zeitung "Sonntag" der Mittellandzeitungen.

2018 schloss die NZZ-Mediengruppe die Tagblatt Medien in St. Gallen und die LZ Medien aus Luzern unter dem Dach der Regionalmedien zusammen. In der Folge kam es 2016 bei der "Zentralschweiz am Sonntag" zu einem neuen Layout.

(Quelle:sda)