Sommerkrimi: Bahnen vs. Hitzewelle

Die Bahnen kämpfen gegen die tropischen Temperaturen

Die letzte Hitzewelle ist kaum vier Wochen her, schon ist die nächste im Anmarsch. Für diese Woche werden wieder Temperaturen um die 35°C vorhergesagt - eine Herausforderung für die Bahnen.

Bleiben die Temperaturen während mehreren Tagen über 30°C werden nicht nur die Zugpassagiere mürbe, sondern auch die Infrastruktur. Schienen können bei grosser Sommerhitze bis zu 80 Grad heiss werden, dabei dehnen sie sich aus. Diese Kräfte nehmen im Normalfall die Schwellen und der Schotter auf. Bei Hitzewellen wie Ende Juni war das aber in einzelnen Fällen nicht mehr möglich und es kam zu Verformungen von Schienen. Ein Fall der sogenannten Gleisverwerfung trat in Hergiswil ein. Hier konnten Züge zwar noch passieren, allerdings nur verlangsamt, was zu Verspätungen und Ausfällen führte.

Die Zentralbahn wie auch die SBB wollen solchen Problemen bei zukünftigen Hitzeperioden vorbeugen. Die Bahnen prüfen verschiedene Massnahmen. Beim Verfahren der «Weissen Schienen» werden die Schienen seitlich mit weisser Farbe bemalt. Eine Studie der ETH Zürich hat ergeben, dass mit dem hellen Anstrich die Schienen bis zu sieben Grad kühler bleiben. Eine weitere Möglichkeit zur Vermeidung von Gleisverformungen sei die Erhöhung der Neutralisierungstemperatur, schreibt die SBB. Die Neutralisierungstemperatur ist die Temperatur, auf die eine Schiene erhitzt wird, bevor sie im Gleisbett verschweisst wird. Hier wird eine Erhöhung um fünf Grad geprüft. So könnten die künftigen temperaturbedingten Kräfte über die Schienen, die Schwellen und den Schotter noch besser abgefedert werden. 

Audiofiles

  1. SBB und Zentralbahn bereiten sich auf Hitzewelle vor. Audio: Flavio Desax / Marco Zibung