Das ist der neue Zug auf der Gotthardstrecke

Die Passagiere sollen es bequemer und ruhiger haben

Zum ersten Mal fuhr heute ein Zug mit Passagieren an Bord durch den Gotthard-Basistunnel. In Bellinzona wurde der neue Zug aus dem Hause Stadler Rail auf den Name "San Gottardo" getauft. 

"Ich habe immer davon geträumt, dass ein Schweizer Hochgeschwindigkeitszug durch den längsten Eisenbahntunnel der Welt fährt", sagte SBB-CEO Andreas Meyer während der Fahrt an Bord des Giruno-Zugs. Dieser führte Medienschaffende, Politiker und Bahnfans von Arth-Goldau nach Bellinzona, wo er getauft wurde. Zwei weitere Züge erhalten die Namen "Sempione" (Simplon) und "Monte Ceneri", die restlichen 26 werden auf die Kantonsnamen getauft. 29 Triebzüge des Typs "Giruno" - haben die SBB bei Stadler Rail bestellt. Die Investition beläuft sich auf rund eine Milliarde Franken, wie Toni Häne, Leiter SBB Personenverkehr sagte.

Der Zug könne 250 Stundenkilometer schnell fahren, das habe er auf einer Testfahrt im Basistunnel bereits selber erlebt, sagte Häne. Zugelassen sind aber lediglich 200 Stundenkilometer. So schnell fahren bereits heute etwa die ICN-Züge im 2016 eröffneten Gotthard-Basistunnel. Angedacht ist laut Häne, dass dank der möglichen höheren Geschwindigkeit allfällige Verspätungen aufzuholen.

Schneller erst nach Ceneri-Eröffnung

Ab dem 19. August wird der Giruno im Gotthard-Basistunnel eingesetzt. Die Reisezeit auf der Nord-Süd-Achse verkürzt sich allerdings erst mit der Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels Ende 2020. Die Reisezeit zwischen Zürich und Mailand soll dann von heute 3 Stunden 40 Minuten auf 3 Stunden gesenkt werden, die Fahrt Zürich-Lugano dauert dann weniger als zwei Stunden.

Nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnel rechnen die SBB mit einer Steigerung der Passagierzahl um 20 Prozent. Auf der Nord-Süd-Achse dürften 1,2 Millionen Passagieren pro Jahr im Zug unterwegs sein.

(Quelle:sda)

Der erste neue Gotthard- Zug wurde "San Gottardo" getauft.