Gegen Thun ist eine Reaktion gefragt

In der Meisterschaft sind die Berner Oberländer zu Gast in der Swissporarena

Am Sonntag gastiert der FC Thun in der Swissporarena.

Mit dem FC Thun ist am Sonntag ein Team in der Swissporarena zu Gast, welches genau weiss wie man dem FC Luzern zusetzen kann. Spiele gegen die Berner Oberländer sind oft von viel Krampf und Kampf geprägt und selten von gepflegter Spielkultur. Das dürfte sich auch am Sonntag nicht ändern.

Beide Teams haben unter der Woche in der 3. Qualifikationsrunde für die Europa League gespielt. Der FCL unterlag zu Hause deutlich mit 0:3 gegen Espanyol Barcelona. Der FC Thun hinterliess zwar eine deutlich bessere Duftmarke, ging aber schlussendlich ebenfalls als Verlierer vom Platz. Mit 2:3 mussten sich die Berner gegen den russischen Verein Spartak Moskau geschlagen geben.

Über mangelnde Spielpraxis kann sich der FCL wahrlich nicht beklagen. Doch bislang vermochte der FCL nicht immer zu überzeugen. Insbesondere spielerisch liessen die Luzerner einige Wünsche offen. Gegen Espanyol war es über 50 bis 60 Minuten eine sehr ansprechende Leistung. Solidarisch wie die Luzerner kämpften und gemeinsam die Defensive stärken.

Ein kompletter Gegensatz zum Spiel am vergangenen Sonntag gegen Genf (0:1). Offensiv war der FCL durchaus bemüht Nadelstiche zu setzen. Ansatzweise gelang dies, doch die Spanier liessen nichts anbrennen und wiesen den FCL klar in seine Schranken

Schneuwly fehlt nicht als Spieler, aber als Mensch

Doch was ist momentan mit der FCL-Offensive los? Ideenlos wirkt sie teilweise. Zu einfach das Spiel, welches die Luzerner aufziehen. Zu durchschaubar und vor allem auch zu harmlos. Pascal Schürpf (Einsatz fraglich, da krankheitshalber noch angeschlagen) und Marvin Schulz laufen ihrer Top-Form aktuell hinterher. Shkelqim Demhasaj tut sich schwer, ebenso der neuverpflichtete Francesco Margiotta.

Blessing Eleke ist zwar bemüht, rennt und ackert viel, aber er agiert dann doch das eine oder andere Mal zu überhastet. Ihm fehlt in den entscheidenden Momenten entweder der kaltschnäuzige Willen sich durchzusetzen oder dann die Spielübersicht für die Mitspieler.

Letzte Woche wurde bekannt, dass der FCL und Christian Schneuwly dessen Vertrag per sofort auflösen (Radio Pilatus berichtete). Es zeigt sich, dass Schneuwly der Mannschaft aber wohl mehr fehlt als angenommen. Nicht als Spieler, aber als Mensch. Als Anführer. Als Wortführer. Als Motivator. Als Charaktermensch in der Kabine. Klar hat der FCL noch immer den einen oder anderen Spielertyp in seinen Reihen, welcher durchaus als Leader vorangehen kann. Aber Schneuwly fehlt.

Schürpf als würdiger Nachfolger. Aber…

Pascal Schürpf ist der absolut richtige Captain für die Mannschaft. Auch er ist einer der kein Blatt vor den Mund nimmt und sich für das eine oder andere Spässchen auch nicht zu schade ist. Aber in seiner aktuellen Verfassung hat Schürpf wohl auch andere Gedanken in seinem Kopf als das Captain-Amt.

Wenn Schürpf und Schulz ihre Schaffenskrise überwinden und zur alter Form finden, dann treten sie automatisch wieder als die so dringend benötigten Leaderspieler auf dem Feld auf. Es würde der ganzen Mannschaft gut tun. Gut tun würde auch ein Sieg gegen Thun. Für das Selbstvertrauen, für die Moral, für die Fans.

FCL gegen Thun, Anpfiff ist am Sonntag 16.00 Uhr in der Swissporarena.