20 Jahre Gefängnis für Mörder von Littau

Der Mann hatte seine Ehefrau mit 15 Messerstichen getötet

Ein Mann hatte in Littau vor rund drei Jahren seine Ehefrau erstochen.

Weil er seine Ehefrau in Littau umgebracht hat, muss ein Portugiese 20 Jahre ins Gefängnis. Das Tötungsdelikt passierte vor dem «Ochsen» in Littau vor rund drei Jahren. Nun hat das Luzerner Kriminalgericht sein Urteil gefällt.

Am 12. November 2016 hatte ein Portugiese vor dem «Ochsen» im Luzerner Stadtteil Littau seine Ehefrau ermordet. 15 Mal stach er mit einem Messer auf die Frau ein. Sie starb noch vor Ort. Zurück bleiben eine Tochter und ein Sohn.

Der Prozess war bereits am 2. Mai 2019. Nun ist das Urteil bekannt. Es lautet: Mord. Das Luzerner Kriminalgericht hat den 58-Jährigen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt. Weiter wird er für 15 Jahren des Landes verwiesen. Der Tochter und dem Sohn muss er je 50'000 als Genugtuung bezahlen. Dazu kommt Schadenersatz. Das Gericht sah keinen Zweifel daran, dass der Beschuldigte das Opfer töten wollte. Er sei äusserst brutal vorgegangen, stach 15 Mal auf die Frau ein. Auch als diese zu fliehen versuchte, verfolgte er sie hartnäckig und stach noch zu, als sie wehrlos am Boden lag. Die Ausführung sei als besonders verwerflich zu qualifizieren.

"Zum Einkaufen braucht man kein Messer"

Zwar habe er die Tat nicht von langer Hand geplant, aber es sei auch keine Kurzschlussreaktion gewesen, hielt das Gericht fest. Die Beziehung sei von Gewalt und Todesdrohungen seitens des Beschuldigten geprägt gewesen, wenige Tage vor der Tat kam es zur Eskalation, als die Frau auszog.

Als Indiz dafür, dass der Mann entgegen seinen Aussagen die Ehefrau töten wollte, werteten die Richter die Tatsache, dass er sich zu Fuss mit einem Messer in der Tasche zur Wohnung der Tochter begab, zu der die Frau gezogen war. Hätte er wie behauptet in die Migros gehen wollen, wäre er nicht am späteren Tatort vorbeigekommen, wo er die Frau traf und mit ihr einen Kaffee trank, bevor er zustach. Gegen die Aussage, dass er einkaufen wollte, spreche auch die Tatsache, dass er ein Messer auf sich trug. "Zum Einkaufen braucht man definitiv kein Messer", sagte die Richterin.

Zweites Gutachten eingeholt

Dass zwischen dem Prozess und der Urteilsverkündung vier Monate vergingen, liege an einem Ergänzungsgutachten, das das Gericht einholte. Der Beschuldigte gab nämlich an, sich aufgrund eingenommener Medikamente nicht an die Tat zu erinnern. Doch auch das neue Gutachten hätte keine Hinweise darauf erbracht. Der Mann nehme die Medikamente bereits seit vielen Jahren ein und habe somit eine Toleranz entwickelte. Zudem sei keine ungewöhnlich hohe Dosierung festgestellt worden. Auch das Verhalten vor oder nach der Tat spreche für seine Steuerungsfähigkeit und gegen eine Schuldunfähigkeit.

Täter zeigt weder Reue noch Einsicht

Es liege ein schweres Verschulden vor, der Mann habe aus nichtigen Gründen getötet. Das Gericht sieht als Motiv eine Mischung aus Rache, verletztem Stolz, Wut und unbegründeter Eifersucht, weil sich seine Ehefrau ihm nicht mehr unterordnete und es gewagt hatte, ihn zu verlassen. Der Beschuldigte zeigte weder Einsicht noch Reue, gebe anderen die Schuld und sehe sich als Opfer.

Die Tat sei ihm nicht überraschend, das beweise eine selbstverfasste Notiz mit einer Todesdrohung gegenüber seiner Frau. Auch Aussagen der Kinder und Polizeieinsätze würden die gewalttätige Vergangenheit belegen.

Staatsanwalt forderte lebenslänglich

Der Staatsanwalt hatte für den Portugiesen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes an seiner Ehefrau verlangt. Der Verteidiger wollte eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren für vorsätzliche Tötung erreichen. Die Tat sei nicht geplant gewesen. Die zwei Kinder forderten von ihrem Vater eine Genugtuung von je 55'000 Franken. Das jetzige Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Audiofiles

  1. Mörder von Littau muss 20 Jahre ins Gefängnis. Audio: Caspar Van de Ven / Thomas Zesiger