Linker Kampf um einen Nationalratssitz

Zwei prominente Zuger wollen nach Bern

Obwohl jeder Vierte im Kanton Zug links wählt, sind linke Politiker weder in der Kantonsregierung noch in Bundesbern vertreten. Dies soll sich Ende Oktober ändern.  Dafür lassen sich zwei einspannen, die sich eigentlich schon von der Politik verabschiedet hatten.

Manuela Weichelt-Picard war langjähriges Mitglied der Zuger Kantonsregierung und zuletzt zwei Jahre lang Frau Landammann. Im Jahr 2018 hat sie sich entschieden, nicht mehr zu den Regierungsratswahlen anzutreten. Sie brauche Abstand und eine politische Reinigung. Diese hat sie im Januar in Form einer Ayurveda-Kur vorgenommen. Nach einer mehrmonatigen Reise sei sie nun voller Energie zurück und bereit, als erste Zuger Nationalrätin nach Bern zu gehen. 

Dolfi Müller war über zehn Jahre Zuger Stadtpräsident und weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt. Er geniesse eigentlich das Rentnerleben, aber der Zustand der Linken im Kanton Zug habe ihn dazu bewogen, sich nochmals politisch zu engagieren, erzählt er. Rund 25%, also jeder Vierte, wählt im Kanton Zug eine linke Partei und trotzdem sind die Sitze in der Regierung sowie im National- und Ständerat fest in bürgerlicher Hand.

Es müssten alle verfügbaren Kräfte mobilisiert werden und der Bevölkerung auch bekannte Gesichter zur Wahl gestellt werden, damit endlich ein Nationalratssitz in linke Hände komme, da sind sich beide einig. Manuela Weichelt-Picard wäre gar die erste Frau, die für Zug in den Nationalrat geht.

Die Wahlen finden am 20. Oktober statt.

Manuela Weichelt-Picard will für die Alternative Grüne für Zug in den Nationalrat. Der ehemalige Stadtpräsident will für die Zuger SP einen Nationalratssitz holen.

Audiofiles

  1. Wahlvorschau Zug. Audio: Carmen Zettel / Marco Zibung