Urner Parlament unterstützt Tunnel Alp Alplen

Der Felsweg zur Alp wurde 2017 verschüttet - zwei Menschen starben

Beim Felssturz bei der Urner Alp Alplen kamen im Oktober 2017 zwei Arbeiter ums Leben.

Die Urner Alp Alplen soll mit einem 300 Meter langen Tunnel erschlossen werden. Dafür hat sich am Mittwoch das Urner Kantonsparlament ausgesprochen. Der Felsenweg, der zur Alp führt, war 2017 verschüttet worden und kann nicht wiederhergestellt werden.

Die Kosten für den Tunnel belaufen sich auf geschätzte 2,8 Millionen Franken. Das Parlament genehmigte mit 51 zu 1 Stimmen bei 7 Enthaltungen einen Kantonsbeitrag von 564'000 Franken. Alois Arnold (SVP) sagte, der Tunnel sei nicht die günstigste, aber die beste Variante.

Im Landrat wurde auch auf die grosse Bedeutung der 566 Hektar grossen Alp für die Urner Alpwirtschaft hingewiesen. Bis zum Felssturz wurden auf die zwischen 1520 und 2250 Meter über Meer gelegene Alp durchschnittlich 19 Milchkühe, 230 Stück Jungvieh, 78 Milchziegen und 914 Schafe aufgetrieben. Jährlich wurden 38'000 Kilogramm Milch zu Käse verarbeitet. Die Alp gehört der Korporation Uri und wird von der Hirteverwaltung Fiseten-Alplen betrieben.

Der Kanton wird neben dem vom Parlament genehmigten Betrag auch einen Naturgefahrenbeitrag leisten. Dazu kommen Bundesmittel und Gelder der Korporation Uri. Die Restkosten will man mit Beiträgen Dritter oder Bankdarlehen finanzieren.

Tödlicher Felssturz

Im Oktober 2017 waren drei Bauarbeiter auf dem Felsenweg zwischen der Ruosalp und Alplen in der Gemeinde Unterschächen von 2000 Kubikmetern herabstürzendem Gestein überrascht und verschüttet worden. Zwei von ihnen starben, ein dritter Arbeiter konnte sich befreien und wurde verletzt ins Spital gebracht.

Von einer Wiederherstellung des Felsenwegs als Fahrweg raten die Geologen dringend ab. Dies würde Arbeiten im stark gefährdeten Felssturzbereich erfordern. Zum Transport der Tiere wurde im Jahr 2018 als Übergangslösung eine mobile Transportseilbahn erstellt.

Genügend Entscheidungsgrundlagen

Adriano Prandi (SP) beantragte Rückweisung des Geschäfts. Er verlangte, dass eine Erschliessung der Alp mit einer Seilbahn noch genauer geprüft werde. Im Bericht der Regierung werde zu wenig begründet, warum es unbedingt ein Tunnel sein müsse.

Der Landrat fand aber, dass genügend Entscheidungsgrundlagen vorlägen und sprach sich mit 48 zu 8 Stimmen gegen eine Rückweisung aus. Ruedy Zgraggen (CVP) stimmte Prandi zwar zu, dass der Tunnel teuer sei. Mit einer Seilbahn könne die Alp aber nicht sinnvoll betrieben werden, sagte er. Max Baumann (SVP) sagte, eine Seilbahn sei nur eine Notlösung und im Unterhalt teuer. Martin Huser (SVP) verwies auf die Investitionen, die auf der Alp getätigt worden seien.

Der Kreditbeschluss des Landrats unterliegt dem fakultativen Referendum.

(Quelle: sda)