Referendum gegen Jagdgesetz

Umweltorganisationen bekämpfen «Wolfsabschussgesetz»

Der Schutz der Wölfe und anderer Arten soll in der Schweiz gelockert werden. Das hat das Parlament beschlossen. Natur- und Tierschutzorganisationen bekämpfen das neue Jagdgesetz. Am Dienstag haben sie mit der Unterschriftensammlung für ein Referendum begonnen.

«Absolut inakzeptabel»: So lautet das Verdikt der Organisationen. Das Parlament habe ein Abschussgesetz beschlossen. Wölfe - auch Jungtiere - könnten präventiv zum Abschuss freigegeben werden. Doch es gehe nicht nur um den Wolf. Der Artenschutz werde generell ausgehebelt. Dem Trägerverein für das Referendum gehören die Verbände Pro Natura, WWF, BirdLife, Gruppe Wolf Schweiz sowie zooschweiz an. Auch der Schweizer Tierschutz STS will Unterschriften sammeln. 

Das Parlament lockerte den Schutz stärker als der Bundesrat vorgeschlagen hatte. Künftig sollen die Behörden die Bestandesregulierung erlauben dürfen, ohne dass Wölfe Schaden angerichtet haben und ohne dass zuvor Schutzmassnahmen ergriffen werden müssen. Die Gegnerinnen und Gegner kritisieren auch, dass der Bundesrat neben Wolf und Steinbock jederzeit weitere geschützte Arten auf die «Abschussliste» setzen und zur Bestandesregulierung freigeben könnte - zum Beispiel Biber, Luchs oder Höckerschwan.

Verschiebung der Kompetenz

Weiter kritisieren die Naturschutzorganisationen, dass die Verantwortung für die Regulierung von Beständen geschützter Arten vom Bund an die Kantone übertragen wird. Das sei eine verfassungswidrige Verschiebung der Kompetenzen, argumentieren sie. Damit drohe ausserdem ein kantonaler Wildwuchs. Zunächst müssen die Gegnerinnen und Gegner des Jagdgesetzes aber die nötigen 50'000 Unterschriften sammeln. Dafür haben sie bis zum 16. Januar Zeit.