In Luzern demonstrierten Hunderte gegen den Krieg in Nordsyrien

Demonstranten fordern ein Ende des Krieges und der Unterdrückung der Kurden

Ein breites Bündnis von 12 verschiedenen Parteien und anderen Organisationen rief zur Anti Krieg Demo auf. Die Organisatorinnen und Organisatoren stellen konkrete Forderungen an die Regierung der Schweiz, der Türkei und an die Schweizer Wirtschaft: Die Demonstration verlangt ein sofortiges Ende des Nordsyrien Kriegs.

Mehrere hundert Personen haben am Samstagnachmittag in Luzern gegen das Vorgehen der Türkei in Nordsyrien demonstriert. Sie forderten ein sofortiges Ende des Nordsyrien-Kriegs und ein Ende der Unterdrückung der Kurden.

Die bewilligte Kundgebung, die sich vom Luzerner Mühlenplatz durch die Alt- und Neustadt über den Helvetiaplatz ins Vögeligärtli bewegte, verlief friedlich. Die Polizei sprach von 600 bis 700 Teilnehmenden. Aufgerufen zur Demonstration hatten zwölf Organisationen, darunter der kurdische Kultur- und Integrationsverein, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (Gsoa) oder lokale linke politische Parteien.

Die Organisatoren hatten fünf Forderungen formuliert, denen sie mit dem Aufmarsch Ausdruck verleihen wollten. So solle etwa die Schweiz Waffenexporte stoppen, allfällige Vermögen der türkischen Regierung auf Schweizer Bankkonten einfrieren und Schweizer Unternehmen die Zusammenarbeit mit "türkischen Kriegstreibern" beenden.

An die türkische Seite gerichtet forderten sie zudem ein Ende der Unterdrückung der Kurdinnen und Kurden sowie der türkischen Opposition. Auch solle eine freie Presse zugelassen werden.

Ähnliche Demonstrationen fanden am Samstag auch in Bern und Genf statt. Sie waren eine Reaktion auf die Militäroffensive, die die Türkei am 9. Oktober in Nordsyrien gestartet hatte.

Ziel der Operation "Quelle des Friedens", wie sie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nannte, ist die die kurdische YPG-Miliz, die auf syrischer Seite der Grenze ein grosses Gebiet kontrolliert. Die Türkei sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und begreift die Angehörigen der Miliz als Terroristen.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bislang fast 500 Menschen getötet, darunter dutzende Zivilisten. Mehr als 300'000 Menschen wurden demnach vertrieben. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft der Türkei Kriegsverbrechen in Nordsyrien vor. Am Donnerstag vereinbarten die Türkei und die USA eine fünftägige Waffenruhe für das Gebiet.

(Quelle: sda)