30 Jahre Mauerfall

9. November 1989 - ein Tag der in die Geschichte einging

Berliner Demonstranten beim Mauerfall vor dem Brandenburgertor. Mauerfall: Berliner Mauer zwischen Reichstagsgebäude (kleiner Teil im Hintergrund zu sehen) und Brandenburger Tor.

Zwei Monate zuvor wurden sie noch beim Besteigen der Mauer erschossen, in der Nacht vom 9. November 1989 wurde nur auf der Mauer getanzt. Mit rund 200 Veranstaltungen stellt Berlin in dieser Woche den Fall der Mauer in den Mittelpunkt. 

Das vielschichtige Programm wurde offiziell am Montagabend vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller auf dem Alexanderplatz eröffnet. Dort hatten vor genau 30 Jahren am 4. November 1989 hunderttausende Ostdeutsche für Meinungsfreiheit und Demokratie demonstriert.

An dem originalen Schauplatz lassen eine Videoprojektion, Licht- und Soundeffekte sowie eine Performance den historischen Tag wieder lebendig werden. Am Montag wurde ausserdem die Ausstellung "Freiheitslinie U5. Nächster Halt Freiheit?" eröffnet. In vier Bahnhöfen der U-Bahnline wird mit Fotos und Texten auf die deutsche Freiheits- und Demokratiegeschichte aufmerksam gemacht.

«7 Tage – 7 Orte»

Forderungen aus den Revolutionen von 1848 und 1918 sowie aus dem niedergeschlagenen DDR-Volksaufstand von 1953 seien mit der friedlichen Revolution vom Herbst 1989 eingelöst worden, sagte der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Tom Sello.

Unter dem Motto "7 Tage - 7 Orte" sind bis zum 9. November an authentischen Berliner Orten der friedlichen Revolution Lesungen, Installationen, Zeitzeugen-Gespräche, Info-Pavillons, Filme und Ausstellungen geplant.

Eigenhändig rissen die Leute die Mauer ab

Die 160 Kilometer lange Mauer raubte den Leuten die Freiheit und das Leben. Die Stimmung beim Fall wiederum war euphorisch. «Leute die sich nicht kannten umarmten sich auf der Strasse, es wurden Getränke verteilt und viel gesungen», erzählt Hanspeter Gloor. Der Luzerner Journalist traff kurz nachdem Fall in Berlin ein. Tage darauf seien noch immer die Leute auf der Strasse gewesen. Einige von ihnen begangen die Mauer eigenhändig abzureissen. Auch dem heutigen 70-Jährigen Hanspeter Gloor wurde ein Hammer und einen Meissel in die Hände gedrückt. Im Beitrag von Tele 1 erzählt er von seinen damaligen Erlebnissen und wie ihn diese bis heute prägen. 

(ktu/sda)

Neben einer Schirmmütze eines russischen Soldaten... ...nahm Hanspeter Gloor auch eine Schirmmütze der DDR-Grenztruppen von seinem Mauerfall-Einsatz mit nach Hause. Schirmmütze, Lenin-Orden, einige Abzeichen und ein Stück der Berliner Mauer.

Audiofiles

  1. 30 Jahre Mauerfall. Audio: Caspar Van de Ven