Mehrheiten für Anti-Diskriminierungs-Gesetz

Auch die Wohnraum-Initiative findet derzeit eine Mehrheit

Am 9. Februar 2020 wird über die Erweiterung der Rassismus-Strafnorm abgestimmt.

Das Anti-Diskriminierungs-Gesetz erhält viel Zuspruch. Auch für die Volksinitiative "Mehr bezahlbare Wohnungen" findet sich derzeit eine Mehrheit. Das geht aus einer Tamedia-Umfrage zur Abstimmung vom kommenden 9. Februar hervor.

Die Einstellung der Stimmberechtigten gegenüber beiden Vorlagen ist deutlich: Für das Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung sprechen sich 55 Prozent bestimmt und 10 Prozent eher aus (total: 65 Prozent) und für die Wohnrauminitiative 41 Prozent bestimmt und 22 Prozent eher (total: 63 Prozent). 

Niemand dürfe wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden, fanden 77 Prozent der Befragten. Gerade in Zeiten von Hass-Attacken im Internet sei eine Anpassung nötig. Schwulenhass sei in der Schweiz immer noch salonfähig, darum müsse er einfacher geahndet werden können, ist die Meinung von 14 Prozent. Hingegen fanden 31 Prozent, das Anti-Diskriminierungs-Gesetz würde die Meinungsfreiheit einschränken.

Wohnen sei ein Grundbedürfnis, und die Initiative setze dieses lediglich um, meinten 55 Prozent - der Bund solle nicht in die Marktwirtschaft eingreifen, fanden aber dennoch 46 Prozent. 16 Prozent sind der Ansicht, es gebe genügend bezahlbaren Wohnraum - sie standen allerdings 28 Prozent der Befragten gegenüber, die vom Gegenteil überzeugt sind.

Kluft zwischen Geschlechter und Altersgruppen

Auch Geschlecht und Alter spielen eine Rolle beim Abstimmungsverhalten. So sind deutlich mehr Frauen für das Anti-Diskriminierungs-Gesetz als Männer: 76 Prozent der Frauen wollen sicher oder eher für sie stimmen, bei den Männern sind es 55 Prozent. Für die Wohnraum-Initiative oder eher dafür sind 73 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer. Jüngere Menschen sind deutlich eher für das Anti-Diskriminierungs-Gesetz als jene über 65 Jahre. Bei der Wohnraum-Initiative ist es etwa ausgeglichen. Eine Rolle spielt auch, wo die Stimmbürger wohnen: Städter sind für die Initiative, in der Agglomeration oder auf dem Land Lebende weniger.

(Quelle sda)