Mindestens 12 Tote bei Flammeinferno in Australien

Tausende Menschen sind von den Buschbränden umzingelt

 

Die Buschbrände im Südosten Australiens nehmen immer dramatischere Ausmasse an und haben inzwischen mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Im Staat Victoria flüchteten Tausende Urlauber an den Strand, um Schutz vor dem herannahenden Flammenmeer zu suchen.

Ein Vater und sein Sohn wurden am Dienstag nach Behördenangaben unweit der Küste des Bundesstaats New South Wales tot aufgefunden: Sie hatten demnach versucht, ihr Haus in dem Ort Cobargo vor der Feuersbrunst zu schützen. Ein Feuerwehrmann war am Montag in einem Feuer-Tornado im Bundesstaat New South Wales gestorben. Weitere fünf Menschen gelten nach wie vor als vermisst.

Angesichts der teils unkontrolliert brennenden Grossfeuer und vielerorts abgeschnittenen Fluchtwege bangen die Rettungskräfte um das Leben von vier Vermissten in Victoria. Nebenan in New South Wales wird noch nach einem verschollenen Mann gesucht.

Kein Ende in Sicht

Schon seit Oktober wüten die Buschbrände in Australien, doch so extrem wie jetzt schien die Lage noch nicht. Allein in New South Wales ist mittlerweile eine Fläche der Grösse Belgiens abgebrannt, fast 1000 Häuser wurden zerstört. Und ein Ende des Infernos ist nicht in Sicht im Gegenteil: Für Dienstag wurden weitere Temperatursteigerungen bis
weit über 40 Grad hinaus und Unwetter mit starken Windböen erwartet, die die Brände weiter anfachen könnten.

Bewohner flüchten vor Glut an den Strand

In der rund 500 Kilometer östlich von Melbourne gelegenen Küstenstadt Mallacoota wurden rund 4000 Urlauber von den Behörden angewiesen, sich aus Sicherheitsgründen ans Meer zu begeben. Da die meisten Fluchtwege über Strassen abgeschnitten waren, versammelten sich viele von ihnen am Strand. Selbst bis dorthin trug der Wind die Aschefetzen und Glutspäne der ringsum lodernden Feuer. Der Himmel über Mallacoota sei "pechschwarz, und es ist sehr beängstigend", sagte Andrew Crisp vom Zivilschutz Victoria.

Militär eilt zu Hilfe

"Es ist immer noch eine dynamische und gefährliche Situation", fügte Andrew Crisp vom Zivilschutz mit Blick auf die Gesamtlage im Nordosten Victorias hinzu. Premierminister Scott Morrison sagte dem Bundesstaat die Unterstützung des Militärs zu, nachdem Victorias Regierung Helikopter und Marineschiffe angefordert hatte, um Menschen in Notlage
zu versorgen und in Sicherheit zu bringen.

(Quelle:sda)