Ferientag für Grippeimpfung

Das Schweizer Paraplegikerzentrum in Nottwil belohnt Immunisierung

Wer schützt eigentlich die Patienten vor Grippeviren, wenn die Ärzte oder Betreuer kränkeln? Impfen schützt! Dieser Meinung sind anscheinend viele Arbeitgeber. Das Luzerner Kantonsspital oder zum Beispiel die CSS-Versicherungen bezahlen ihren Mitarbeitern unterdessen die Impfung. Im Schweizer Paraplegikerzentrum (SPZ) in Nottwil geht man sogar einen Schritt weiter. Alle Mitarbeiter, die sich impfen lassen, erhalten einen zusätzlichen Ferientag. Der richtige Anreiz oder falsche Beeinflussung? Wir haben nachgefragt.

Für den Leiter der Interventionellen Medizin des Paraplegikerzentrums, Minh Khai Le, ist es eine Selbstverständlichkeit, dass er sich gegen die Grippe impfen lässt. Er will sich, seine Kollegen und Patienten schützen. 320 seiner Kollegen sahen das in dieser Grippe-Saison genauso. Oder vielleicht war es der Extra-Ferientag, der sie überzeugt hat. Die Zahl der Geimpften hat sich nämlich seit der Einführung des Extra-Ferientages im 2017 verdreifacht. Doch trotz der Steigerung ist die Impfrate niedrig: Nur knapp 18 % der insgesamt 1800 Mitarbeiter haben sich in diesem Winter impfen lassen.  

Niedriger Wirkungsgrad

Auch das Luzerner Kantonsspital hat mit niedrigen Impfraten zu kämpfen, obwohl es gerade in Gesundheitsberufen sehr wichtig ist, dass das Personal sich und ihre Patienten schützt. Die stellvertretende Leiterin der Infektiologie, Sonja Bertschy, versteht die Impfmuffel unter ihren Kollegen aber. Die Grippeimpfung sei keine gute Impfung, da sie einen niedrigen Wirkungsgrad habe, sagt sie. Je nach Grippe-Saison zwischen 25 % und 60 %. Darum setze das Kantonsspital neben der Impfung auch auf weitere Massnahmen wie Händedesinfektion und Mundschutzmasken für Besucher und Personal sowie natürlich auf Aufklärungskampagnen.   

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