Obwalden wählt Kantonsgerichtspräsident ab

Roland Infanger ist nicht mehr Kantonsgerichtspräsident in Obwalden

Die Waagschale der Justiz (Symbolbild)

Der Obwaldner Kantonsgerichtspräsident Roland Infanger ist seinen Posten nach sieben Jahren im Amt wieder los. Das Stimmvolk hat Andrea Imfeld-Gasser knapp als neue Kantonsgerichtspräsidentin gewählt.

Auf Imfeld-Gasser entfielen 5868 Stimmen, womit sie das absolute Mehr von 5311 Stimmen erreichte. Für Infanger dagegen stimmten 5764 Obwaldnerinnen und Obwaldner. Wiedergewählt wurden die beiden weiteren Kantonsgerichtspräsidien, Lorenz Burch mit 8079 Stimmen und und Monika Omlin mit 8364 Stimmen. Die Stimmbeteiligung betrug 43,4 Prozent. Sämtliche Kantonalparteien hatten sich gegen eine Wiederwahl Infangers ausgesprochen. Sie begründeten ihre Ablehnung mit Schwierigkeiten, die in der Vergangenheit bei Infangers Kantonsgerichtspräsidium II ausgemacht worden seien und verwiesen auf die hohe Pendenzenlast. Sie portierten als Gegenkandidatin Andrea Imfeld-Gasser. Die 39-jährige Juristin und Gerichtsschreiberin wohnt in Sarnen und ist in Lungern aufgewachsen.

Der 55-jährige Infanger (parteilos), der 2013 ebenfalls in einer Kampfwahl ins Amt gekommen war, hielt trotz der Kritik und der Gegenkandidatur an seiner Kandidatur fest. Er wehrte sich erfolglos gegen die Anschuldigungen, auch die per Verfügung veröffentlichten Fallzahlen und Pendenzen der drei Kantonsgerichtspräsidien am vergangenen Dienstag reichten nicht mehr, um das Stimmvolk von Infanger zu überzeugen. Die neue Amtsdauer beginnt am 1. Juli 2020