Dem Schweizer Pflegepersonal drohen lange Tage

Schutzbestimmungen betreffend Pausen und Ruhezeiten aufgehoben

Der Bundesrat hat entschieden, Schutzbestimmungen betreffend Pausen und Ruhezeiten fürs Spitalpersonal aufzuheben. So ist es gesetzlich möglich, über eine 60-Stunden Woche hinaus zu arbeiten. Dieser Beschluss kritisiert die Gewerkschaft VPOD. 

Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm: In den Zentralschweizer Kantonsspitälern bereiten man sich auf einen möglichen Ansturm von Corona-Infizierten vor. Im Kantonsspital Obwalden hat man bereits alle nicht dringlichen Termine verschoben und schickt, wenn möglich, das Pflegepersonal nach Hause, um Minus-Stunden zu generieren. Auf diese Weise könnten zukünftige notwendige Überstunden kompensiert werden. 

Gesundheitsschutzbestimmungen für das Gesundheitspersonal:

In den Spitalabteilungen, die infolge der COVID-19-Erkrankungen eine massive Zunahme der Arbeit erfahren, ist die Geltung der Bestimmungen des Arbeitsgesetzes vom 13. März 19644 betreffend Arbeits- und Ruhezeiten so lange sistiert, wie es die ausserordentliche Lage erfordert. Die Arbeitgeber sind aber weiterhin verantwortlich für den Schutz der Gesundheit ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und müssen insbesondere dafür sorgen, dass diesen ausreichende Ruhezeiten gewährt werden.

Bereits jetzt ist es für das Pflegepersonal gesetzlich möglich, bis zu 60 Stunden in der Woche zu arbeiten, wenn gewisse Pausen eingehalten werden. Durch den Beschluss vom Bund, kann diese Zeit nun ohne gesetzliche Konsequenz überschritten werden.

«Keinen Schutz auf eigene Gesundheit»

Der schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste sehr sich deshalb gegen diese Bestimmung und fordert, dass sie zurückgezogen wird. «Jene, die sich tagtäglich den Gesundheitsrisiken aussetzen, sollen als Arbeitnehmende 2. Klasse behandelt werden, die selber keinen Anspruch auf Schutz ihrer eigenen Gesundheit mehr haben», schreibt die VPOD in einer Mitteilung.