CoronavirusAngst vor Coronavirus breitet sich weiter aus

Angst vor Coronavirus breitet sich weiter aus

Zwei Züge zwischen Italien und Österreich gestoppt
Publiziert am Mo 24. Feb 2020 06:47 Uhr
Angst vor Coronavirus breitet sich weiter aus

Aus Furcht vor Coronavirus-Infektionen hat Österreich kurzzeitig den Zugverkehr mit Italien auf der Brenner-Route eingestellt. Das Virus breitet sich in Norditalien weiter aus: In der Stadt Crema in der Lombardei ist das dritte Todesopfer Italiens gemeldet worden.

Beim jüngsten Todesfall handle es sich um eine krebskranke Patientin, teilte der Gesundheitsbeauftragte der norditalienischen Region Lombardei, bei einer Pressekonferenz am Sonntag mit. Zuvor waren bereits ein 78-jähriger Mann aus der Nähe von Padua und eine 75-jährige Frau aus der Provinz Lodi dem Virus erlegen.

Die Behörden erklärten, dass die von der Lombardei ergriffenen Vorbeugungsmassnahmen mit der Isolierung von rund einem Dutzend Gemeinden im Raum von Lodi vorerst sieben Tage in Kraft bleiben werden. In der am stärksten betroffenen italienischen Region Lombardei gebe es bisher 112 bestätigte Infektionsfälle.

«Rigoroses Vorgehen» gegen Virus-Epidemie

Italiens Premier Giuseppe Conte versicherte am Sonntag, dass sein Land durchaus rigoros zur Eingrenzung der Coronavirus-Epidemie vorgehen werde. «Wir haben bereits 4’000 Kontrollen durchgeführt. Wir sind das erste Land in Europa, das strengere und gründlichere Kontrollen beschlossen hat. Von Anfang an haben wir uns für eine Linie strengster Vorbeugung entschlossen», so Conte in einem TV-Interview am Sonntag.

Österreich stoppt kurzzeitig Züge aus Italien

Indessen sassen rund 500 Passagiere stundenlang an Bord von zwei italienischen Zügen am Brenner fest. Die staatliche österreichische Eisenbahngesellschaft ÖBB hatte gestern Abend mitgeteilt, dass alle Zugverbindungen über den italienisch-österreichischen Grenzübergang Brenner ausgesetzt werden. Grund dafür war, dass bei zwei aus Italien kommenden Bahn-Passagieren der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bestand. Schliesslich kam jedoch die Entwarnung aus dem österreichischen Innenministerium.

Bei allen Passagieren, die in Österreich ausstiegen, würden Identitätsfeststellungen vorgenommen, hiess es. Laut Innenministerium soll am Montag eine Task Force zusammenkommen, um über Grenzkontrollen mit Italien zu beraten.