CoronavirusDas musst du zum Coronavirus wissen

Das musst du zum Coronavirus wissen

Wie sich die Krankheit ausbreitet und wie du dich dagegen schützt
Publiziert am Di 25. Feb 2020 07:49 Uhr
Das musst du zum Coronavirus wissen

Das Coronavirus hat inzwischen auch die Schweiz erreicht. Ein erster Fall der neuartigen Lungenkrankheit ist am Dienstag, 25. Februar 2020, vom Bund bestätigt worden. In den Tagen zuvor hatte sich das Coronavirus im Norden Italiens ausgebreitet. Dort kam es auch zu mehreren Todesfällen. Nun ist es also auch in der Schweiz. Wir sagen dir hier, wie der aktuelle Stand in der Schweiz ist und wie du dich gegen «Covid-19» schützen kannst.

Woher kommt das Coronavirus?

Der örtliche Ursprung der Coronavirus-Epidemie in China ist wahrscheinlich ein Markt der zentralchinesischen Stadt Wuhan. Dort wurden nebst Fisch auch Fledermäuse, Schlangen und weitere Wildtiere gehandelt. Das Virus wurde von Tieren auf den Menschen übertragen. Seither wird das Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Die chinesischen Behörden haben den Markt geschlossen.

Wie wird das Virus übertragen?

Die Übertragung des neuen Coronavirus geschieht vor allem durch Tröpfcheninfektion: Beim Niesen oder Husten gelangen Viren von einem Menschen entweder direkt auf die Schleimhäute von Nase, Mund und Augen eines anderen Menschen. Oder die ausgeschiedenen Viren überleben einige Stunden in winzigen Tröpfchen auf Händen oder Oberflächen (Türklinken, Knöpfe etc.), die dann durch Berührungen im Gesicht auf die eigenen Schleimhäute von Nase, Mund und Augen gelangen. In aller Regel ist jedoch ein enger Kontakt (< 2 Meter über > 15 Minuten) mit einer infektiösen Person erforderlich.

Zurzeit noch unklar ist, wie rasch sich das neue Coronavirus von Mensch zu Mensch verbreitet. Die Übertragungsrate (= die sogenannte «Reproduktionszahl» R0) gibt an, wie viele weitere Menschen eine infizierte Person anstecken kann. Gemäss aktuellen Schätzungen liegt R beim 2019-nCoV zwischen 1,5 und 4. Das heisst, eine bereits infizierte Person kann im Durchschnitt 1,5 bis maximal 4 noch nicht Infizierte anstecken. (Zum Vergleich: bei der saisonalen Grippe liegt R (im Winter) bei rund 1,2–1,4 bei Masern liegt R bei rund 18 und bei SARS lag sie nur knapp über 1,0).

Personen jeden Alters können sich anstecken. Das Alter der laborbestätigten Erkrankungsfälle in China reicht von 8 Monaten bis 90 Jahren.

Inkubationszeit: Nach einer Infektion mit dem neuen Coronavirus dauert es in der Regel 4 bis 7 Tage (Spannweite 1 bis 14 Tage) bis zu den ersten Krankheitszeichen (= Symptomen).

Was sind die Symptome von «Covid-19»?

Zu Beginn (d.h. nach der Inkubationszeit) tritt oft ähnlich wie bei einer Grippe ein unspezifisches Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber auf. Es folgen meist Atemwegssymptome, typisch ist ein trockener Husten. Weniger häufige Symptome sind: Kopfschmerzen, selten Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Nur sehr selten wurden Schnupfen und Halsschmerzen beobachtet (dies spricht eher für eine «gewöhnliche Erkältung»). In vielen milderen Fällen bleiben die erwähnten Symptome über einige Tage bestehen, bevor man wieder gesund wird. Im Fall eines schweren Erkrankungsverlaufs kann es nach rund einer Woche zu Kurzatmigkeit sowie im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung (= Pneumonie) mit Atemnot und Befall weiterer Organsysteme kommen.

Häufiger von einem schweren Erkrankungsverlauf betroffen sind vorwiegend ältere Menschen und Menschen mit einer chronischen Vorerkrankung (insbesondere Bluthochdruck, Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen). Einzelne schwere Fälle betrafen auch jüngere, zuvor gesunde Personen.

Es ist zurzeit noch unklar, wie häufig solche schweren Verlaufsformen bei einer Infektion durch das neue Coronavirus auftreten, die Mehrzahl zeigt jedoch einen milden Verlauf. Mindestens 10 Prozent der Erkrankten haben kein Fieber, und bei einigen tritt kein Husten auf. Bei mehreren Personen wurde eine Infektion mit dem neuen Coronavirus nachgewiesen, die gar keine Symptome zeigten.

Zurzeit ist unklar, wie hoch die Sterblichkeit (= die sogenannte «Letalität» bzw. «Case Fatality Ratio; CFR») bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus ist. Zurzeit wird davon ausgegangen, dass die Sterblichkeit bei einer 2019-nCoV-Erkrankung unter 3 Prozent liegt. (Zum Vergleich: die Sterblichkeit bei Masern liegt bei rund 0,1 Prozent, diejenige von SARS lag bei rund 10 Prozent; bei MERS liegt sie bei 35 Prozent).

Der Verlauf dieser Epidemie in den nächsten Tagen und Wochen wird hierzu mehr Klarheit schaffen.

Wie wird das Virus nachgewiesen?

Jeder Verdacht auf eine Ansteckung mit dem neuen Coronavirus muss durch eine Ärztin oder einen Arzt abgeklärt werden. Dabei fragt sie oder er nach Reisen, Kontakten und Krankheitssymptomen.

Eine abschliessende Bestätigung ist nur durch eine Laboranalyse möglich. Gegebenenfalls wird eine Probe mittels eines sogenannten Nasen-Rachen-Abstrichs (auch «Nasopharyngeal-Abstrich») entnommen. Dabei wird mit einem speziellen Wattetupfer von der Rückwand von Nase und Rachen eine kleine Menge Schleim entnommen. Dies ist schmerzlos, kann aber etwas unangenehm sein.

Das Referenzzentrum für neuauftretende Virus Infektionen (NAVI) am Universitätsspital Genf führt dann die spezifischen Tests auf das neue Coronavirus mittels einem sogenannten PCR-Verfahren durch, das Resultat liegt in der Regel in weniger als einem halben Tag vor. Weitere Labors grösserer Spitäler können den Test ebenfalls durchführen. Es muss aber in jedem Fall auch eine Probe an das Referenzlabor in Genf geschickt werden.

Kann man sich in der Schweiz mit dem Coronavirus anstecken?

Das Risiko einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus war bis zum Dienstag in der Schweiz als gering eingestuft worden.

Sollte es zu Fällen kommen, würden die erkrankten Personen isoliert. Enge Kontaktpersonen müssten für zwei Wochen in Quarantäne. Diese Massnahmen würden dazu dienen, eine weitere Ausbreitung des neuen Coronavirus in der Schweiz möglichst zu verhindern.

Wie schütze ich mich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus?

Falls sich das neue Coronavirus auch in der Schweiz stark ausbreitet, wie würde man sich dann vor einer Ansteckung schützen können?

Prinzipiell würden dann ähnliche persönliche Schutzmassnahmen wie zurzeit für Reisende aus der Schweiz nach China auch in der Schweiz empfohlen. Informationen dazu finden Sie auf des Seite des Bundes «Empfehlungen für Reisende».

Das Tragen von einfachen Hygienemasken in der Öffentlichkeit oder im Umgang mit Erkrankten schützt Gesunde nicht zuverlässig vor einer Ansteckung. Atemwegströpfchen können durch die Lücken seitlich an der Hygienemaske gelangen, wenn diese nicht eng anliegt. Die Hygienemasken werden mit der Zeit durch den Atem feucht, was den Schutz ebenfalls vermindern kann. Die Viren sind zudem so klein, dass sie beim Einatmen durch das Maskenpapier in die oberen Atemwege gelangen können. Einige Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Tragen von Hygienemasken das Infektionsrisiko reduzieren hilft, weil man dann seltener Mund, Nase und Augen mit den eventuell kontaminierten Händen berührt.

Bei Erkrankten können Hygienemasken die Weiterverbreitung der Viren deutlich reduzieren. Beim Niesen oder Husten werden viele Atemwegströpfchen von der Maske aufgefangen. Dies allerdings nur, wenn sie korrekt getragen wird.

Für den Medizinalbereich vorgesehen sind spezielle Masken (FFP), die für Viren eine Barriere darstellen. Sie sind für den Kontakt mit Erkrankten und deren Pflege und Behandlung erforderlich. Sie müssen für diesen Zweck in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Gegenwärtig ist keine Impfung gegen Coronaviren verfügbar. Mehrere Studien zur Entwicklung eines Impfstoffs wurden nach der erfolgreichen Bekämpfung der SARS Epidemie (2002 bis 2004) wieder abgebrochen.

Zurzeit sind weltweit mehrere Institutionen und Unternehmen intensiv daran, einen Impfstoff zu entwickeln. Die Entwicklungszeit beträgt mehrere Monate bis Jahre. Es kann zurzeit nicht abgeschätzt werden, wann bzw. ob ein wirksamer und sicherer Impfstoff innert nützlicher Frist in ausreichender Menge zur Verfügung stehen wird.

Wie ist die aktuelle Situation in der Schweiz?

In der Schweiz wurde bislang ein bestätigter Fall von Coronavirus nachgewiesen. Für den Fall einer Ausbreitung des neuen Coronavirus in der Schweiz sind Bund, Kantone und die Gesundheitsversorgung vorbereitet. Für die Einreise in die Schweiz gibt es aufgrund der aktuellen Lagebeurteilung keine Einschränkungen.

Zurzeit werden von allen Verdachtsfällen Abstriche aus der Nase und dem Hals in Diagnose-Labors untersucht. Sollte das Labor eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigen, werden die Personen, welche Kontakt hatten zur erkrankten Person, über ihr Risiko informiert. Das geschieht durch die Gesundheitsbehörden.

Darf ich überhaupt noch in die Ferien?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bisher keine Reisebeschränkungen ausgesprochen.

Von Reisen in die Provinz Hubei (China) raten wir jedoch ab. Bei Reisen in die übrigen Gebiete Chinas raten wir zur Vorsicht (mehr Informationen finde Sie auf dieser Seite unter Aktuelle Situation). Beachten Sie bitte auch die Empfehlungen für Reisende auf dieser Seite. Für Reisen ins Ausland finden Sie auf der Seite www.safetravel.ch Informationen zu Gesundheitsfragen.

Welche Schutzmassnahmen gibt es im Tourismus?

Aktuell bestehen für andere Länder (ausser China) keine Reiserestriktionen. Reisende, die ins Ausland reisen, finden aktuelle Informationen zu Gesundheitsfragen in den verschiedenen Ländern auf der Seite www.safetravel.ch.

Für Angestellte in der Hotellerie, für Zug- und Flugpersonal gibt es Informationsblätter. Diese finden Sie auf der Seite des Bundes. Wo es erforderlich ist, stellen viele Flughäfen und Fluggesellschaften ihren Angestellten persönliche Schutzmassnahmen zur Verfügung. Informationen zum Verhalten bei Reisen innerhalb Chinas oder in ein anderes betroffenes Gebiet finden Sie auf der Seite Empfehlungen für Reisende des Bundes.

Weitere Informationen zum Coronavirus und die aktuellen Massnahmen der Schweiz gegen die globale Epidemie gibt es auf der Website des Bundes.

(Quelle: Bundesamt für Gesundheit / Redaktion Radio Pilatus & Tele 1)