Diverse NewsChristian Stucki kam, sah und siegte

Christian Stucki kam, sah und siegte

Der Schwingerkönig wird zum Sportler des Jahres gewählt
Publiziert am So 15. Dez 2019 23:00 Uhr

Christian Stucki und Mujinga Kambundji waren an den Sports Awards in Zürich die grossen Gewinner. Der Schwingerkönig und die Topsprinterin wurden in den Hauptkategorien als Schweizer Sportler und Sportlerin des Jahres ausgezeichnet.

Die weiteren Preisträger an der TV-Gala des Schweizer Sports sind die 4x100-m-Staffel der Frauen (Team des Jahres), Kambundjis langjähriger Berater und Coach Adrian Rothenbühler (Trainer des Jahres), NHL-Star Roman Josi (MVP des Jahres) und Manuela Schär (Paralympische Sportler des Jahres). Mit vier von sechs gewonnenen Awards trumpfte die Leichtathletik gross auf; vier Einzel-Award-Gewinner kommen ausserdem aus dem Kanton Bern.

Dem König die Krone aufgesetzt

Christian Stucki ist der erste Schwinger überhaupt, der sich in der seit 1950 durchgeführten Sportlerwahlen über die Auszeichnung «Sportler des Jahres» freuen kann. Athleten mit ausschliesslich nationalen Meriten hatten es in der Vergangenheit nicht leicht, sich gegen Schweizer Weltstars durchzusetzen. Wenn einer das «Unmögliche» möglich machen sollte, dann vielleicht Stucki, der seit letztem August mit 34 Jahren älteste Schwingerkönig der Geschichte. Der Hüne aus dem Bernbiet geniesst landesweit - von Jung bis Alt - viele Sympathien.

Das bestätigte auch das Wahlresultat. Stucki lag in der Vorwahl durch die Sportmedien und Spitzensportler nur auf Platz 3, überflügelte dann aber dank den zahlreichen Stimmen der Sportfans am Fernsehen die Konkurrenz. In der Endausmarchung schwang der Berner mit 30,3 Prozent aller Stimmen obenauf und setzte seiner Königs-Saison damit die Krone auf. Roger Federer, mit sieben Einzel-Awards der Rekordgewinner, kam als Zweitklassierte auf 21,59 Prozent. Platz 3 (15,99 Prozent) ging an den achtfachen Mountainbike-Weltmeister Nino Schurter, der im Jahr zuvor erstmals die Sportlerwahl gewonnen hatte.

Kambundji und die Leichtathletik

Noch deutlicher fiel die Entscheidung bei den Frauen aus. Mujinga Kambundji erhielt mehr als ein Drittel aller Stimmen und verwies Kombinations-Weltmeisterin Wendy Holdener und Tenniscrack Belinda Bencic auf die nachfolgenden Plätze. Für die Bernerin endete damit ein Jahr, das nach anfänglichen Schwierigkeiten einem Steigerungslauf gleicht, mit einem weiteren Höhepunkt. Erst zweieinhalb Monate sind vergangen, da schaffte Kambundji im Wüstenstaat Katar Historisches, indem sie sich als erste Schweizer Sprinterin an einer Freiluft-WM eine Medaille umhängen liess. An den Titelkämpfen in Doha gewann sie nach dem 200-m-Finallauf die Bronzemedaille.

Kambundji ist die erste Leichtathletin seit Anita Weyermann im Jahr 1999, die als Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Trotz ihrer erst 27 Jahren ist Kambundji schon seit einem Jahrzehnt über die Leichtathletik hinaus schweizweit bekannt. Nun hat es für sie im vierten Anlauf - bereits 2014, 2015 und 2018 war sie in der Hauptkategorie nominiert - mit dem Award geklappt.

Kambundji durfte an der TV-Gala noch ein zweites Mal aufs Siegerpodest steigen. Zusammen mit ihren Staffel-Kolleginnen Ajla Del Ponte, Sarah Atcho und Salomé Kora schwang sie auch in der Kategorie «Team des Jahres» obenaus. Die 4x100-m-Staffel, die im WM-Final in Doha mit Schweizer Landesrekord in den starken 4. Rang gesprintet war, setzte sich vor dem alpinen Ski-Team und den Fussballern der Young Boys durch.

Mit Adrian Rothenbühler gehörte eine weitere Person aus Kambundjis Umfeld zu den Gewinnern des Abends. Der langjährige Berater und Coach der schnellsten Schweizer Sprinterin wurde als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Der Emmentaler liess in der Wahl Nicolas Siegenthaler, der Privattrainer von Mountainbike-Olympiasieger Nino Schurter, und Handball-Nationaltrainer Michael Suter hinter sich.

Zwei Premieren

In der Kategorie «Paralympische Sportler» gehörte nebst Vorjahressieger Théo Gmür (Ski alpin) auch der fünffache Gewinner und Rollstuhl-Leichtathlet Marcel Hug zu den drei Nominierten. Letztlich setzte sich in der Wahl mit Manuela Schär aber erstmals seit sieben Jahren wieder eine Frau durch. Die Luzerner Rollstuhl-Leichtathletin blickt auf eine herausragende Saison zurück. Sie gewann alle grossen Städtemarathons - von Berlin über Chicago, New York, Tokio, Boston und London. Damit sicherte sie sich zum zweiten Mal in Folge den Gesamtsieg in der «World Marathon Major Series».

Eine besondere Ehre wurde Roman Josi zuteil: Der Captain und Teamleader des NHL-Teams Nashville Predators, der wegen der laufenden Saison per Videotelefon aus New York zugeschaltet wurde, erhielt als wertvollster Schweizer Mannschaftssportler den erstmals vergebenen Award für den «MVP des Jahres». Josi verwies in der Wahl den Genfer NBA-Star Clint Capela und Unihockey-Nationalgoalie Pascal Meier deutlich auf die nachfolgenden Plätze.

Josi war ausserdem der einzige Nicht-Sommersportler, der einen der sechs Awards erhielt - und das im Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in Tokio.

(Quelle: sda)