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Mythos Lauberhorn lebt weiter

Die legendäre Piste garantiert Ski-Spektakel pur
Publiziert am Fr 13. Jan 2017 05:00 Uhr
© Tommy Durrer
- Mythos Lauberhorn lebt weiter

4'480 Meter lang und bis zu 1'000 Meter Höhendifferenz, unzählige Schikanen wie der Hundsschopf, das Brüggli-S, der Haneggschuss oder auch das Ziel-S. Hinzu kommt eine Fahrzeit von über 2 Minuten 30. Die legendäre Lauberhorn-Abfahrt verlangt von den Ski-Cracks seit 87 Jahren alles ab. Der Mythos lebt.

Der Schweizer Christian Rubi war es, welcher 1930 die erste Abfahrt am Lauberhorn gewann. Seither sind die Ski-Festspiele in Wengen (BE) Jahr für Jahr ein besonderes Spektakel. Unterhalb des Hundsschopfs stehen am Renntag zehntausende Ski-Fans und schauen den Rennfahrern zu, wie sie mutig über den Hundsschopf springen, die Minschkante überwinden und dann im Brüggli-S verschwinden. Die Abfahrt verzeiht fahrtechnisch nichts. Nach dem Brüggli-S folgen Langentrejen, der Haneggschuss, Seilersboden und zu guter Letzt, wenn die Oberschenkel bereits so richtig brennen, fordert das Ziel-S noch einmal alles ab von den Fahrern. Nicht selten sieht man die Fahrer erschöpft und ausser Kraft im Zielraum zusammenbrechen.

«Canadian Corner» oder «Österreicher-Loch»

Legendär ist die Lauberhorn-Abfahrt einerseits wegen der Piste, andererseits wegen den unzähligen Geschichten, welche darauf geschrieben wurden. «Canadian Corner» oder auch «Österreicher-Loch» sind nur zwei bekannte davon. Im Januar 1976 war der Kanadier Dave Irwin auf der Lauberhorn-Abfahrt auf dem Weg zur Bestzeit, als er im Zielschuss in die schützenden Strohballen flog. Einen Tag später wurden Dave und Ken Read beide Opfer der tückischen Kurve nach der furchterregenden Minschkante – und ein neuer Name war geboren: „Canadian Corner“.

Das «Österreicher-Loch» liegt im Gebiet Wegscheide unterhalb des Silberhorn-Sprungs. Es erhielt seinen Namen 1954, nachdem an dieser Stelle drei Österreicher gestürzt waren. Die Buckel, die sie damals von der Piste warfen, wurden mittlerweile abgetragen.

Schweizer wissen in Wengen stets zu überzeugen

Auch wenn es den Schweizer Ski-Cracks in der gesamten Saison nicht immer nach Plan läuft, in Wengen sind sie jeweils voll parat. Es scheint, der Geist der Lauberhorn-Abfahrt verleiht ihnen Flügel. Von den letzten acht Abfahrtssiegern kamen gleich vier aus der Schweiz: 2014 Patrick Küng, 2012 Beat Feuz, 2010 Carlo Janka und 2009 Didier Defago. So lebt die Hoffnung der Schweizer Skifahrer und deren Fans, dass das Lauberhorn auch in diesem Jahr in seiner 87. Ausgabe zu Schweizer Höhenflügen führt.

Das Programm des Rennwochenendes sieht wie folgt aus:

Freitag, 13. Januar / Super-Kombination
10.15 Uhr Start Slalom
13.45 Uhr Start Abfahrt

Samstag, 14. Januar / Abfahrt
12.30 Uhr Start Original-Abfahrt

Sonntag, 15. Januar / Slalom
10.30 Uhr Start 1. Lauf
13.30 Uhr Start 2. Lauf

Weitere Informationen rund um die Rennen in Wengen findet ihr hier.

Der Mythos Lauberhorn im Detail erklärt

Philipp Breit