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Spital Einsiedeln wird neu von Ameos betrieben

Gewerkschaft VPOD verlangt einen Gesamtarbeitsvertrag
Publiziert am Fr 21. Feb 2020 19:30 Uhr

Das Spital Einsiedeln wird neu von der Ameos-Gruppe betrieben. Die bisherige Betreiberin, eine Stiftung, hofft, dass damit das von finanziellen Problemen geplagte Regionalspital in eine sichere Zukunft geführt werden kann.

Markus Hauenstein, Präsident der Stiftung «Krankenhaus Maria zum finstern Wald», sagte am Freitag an einer Medienorientierung in Einsiedeln, es sei für das Spital ein «starker Partner» gefunden worden. So werde Ameos in Einsiedeln weiterhin die Grundversorgung gewährleisten. Bei einer Privatklinik als Partner wäre dies nicht möglich gewesen.

Ameos wird eine neue Aktiengesellschaft gründen, die Spital Einsiedeln AG. Diese wird, voraussichtlich ab Mai 2020, den Spitalbetrieb führen. Die AG wird von der Stiftung die Immobilien mieten und künftig auch für deren Unterhalt aufkommen. Das Spitalmobiliar geht von der Stiftung an die AG über. Sämtliche Mitarbeiter werden übernommen.

Diese neue Organisation widerspricht gemäss Hauenstein nicht dem Zweck der Spitalstiftung. Die Stiftungsaufsicht habe die Pläne genehmigt, sagte der Stiftungspräsident.

Zweites Schwyzer Spital

Die Ameos-Gruppe ist 2002 von Axel Paeger in Zürich gegründet worden. In der Schweiz betreibt sie bislang einzig das Seeklinikum Brunnen SZ. Insgesamt führt die Gruppe nach eigenen Angaben in der Schweiz, Deutschland und Österreich 94 Einrichtungen mit 10'000 Betten und Behandlungsplätzen und beschäftigt 15'700 Personen.

Paeger führt als CEO die Spitalgruppe. Ziel von Ameos sei es, die Spitalversorgung zu sichern, sagte er. Überschüsse würden in die Spitäler investiert, es würden keine Gewinne abgeführt.

Ziel von Ameos ist es, in Einsiedeln die in der Vergangenheit verlorenen Patienten und Zuweiser zurückzuholen. Die Verantwortlichen sagten, man sei zwar noch nicht über dem Berg. Sie zeigten sich jedoch überzeugt, das Spital Einsiedeln wieder auf solide Füsse stellen zu können.

Synergien nutzen

Laut Paeger ist es heute für kleine Spitäler schwierig, alleine zu bestehen. In einer Gruppe könnten Synergien genutzt werden, sagte er. So könne beim Einkauf von günstigeren Konditionen profitiert werden.

In den letzten Monaten war das Spital Einsiedeln interimistisch von Urs Birchler geführt worden, dem früheren Direktionspräsidenten des Berner Inselspitals. Neuer Direktor wird Michael Mehner, der seit 2014 für Ameos arbeitet und das Seeklinikum Brunnen führt.

Das Regionalspital Einsiedeln hat 85 Betten und bietet eine stationäre und ambulante Grund- und Notfallversorgung an. Eine Fusion mit einem anderen Regionalspital im Kanton Schwyz, jenem von Lachen, scheiterte vor einem Jahr. Um Kosten zu sparen, wurden Stellen gestrichen.

Vor knapp einem Jahr trennte sich der Stiftungsrat von seinem damaligen Spitaldirektor, seither wird das Spital von Urs Birchler geführt.

Gewerkschaft VPOD verlangen Gesamtarbeitsvertrag

Die Gewerkschaft VPOD fordert nach der Übernahme des operativen Betriebs des Spitals Einsiedeln durch die Ameos Gruppe, dass sämtliche Arbeitsverhältnisse übernommen werden. Man werde sehr genau hinschauen, heisst es in einer Mitteilung. Man fordere weiterhin einen Gesamtarbeitsvertrag. Diese Forderung machte die Gewerkschaft VPOD bereits im vergangenen Frühling mit einer Petition deutlich.

(Quelle: sda)