Diverse NewsStadt Luzern: Integrierte Sekundarschule eingeführt

Stadt Luzern: Integrierte Sekundarschule eingeführt

Nicht alle Lehrer stehen hinter der Schulreform
Publiziert am Mo 22. Aug 2016 17:18 Uhr

In der Stadt Luzern sitzen neu lernstarke und lernschwache Schüler zusammen an einem Pult. Mit dem Schulstart ist die integrierte Sekundarschule eingeführt worden. Das passt nicht allen.

Neu werden Schüler aller Leistungsstärken in der gleichen Klasse unterrichtet. Mit der integrierten Sekundarschule soll besser auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler eingegangen werden. Man erhoffe sich dadurch mehr Chancengleichheit für alle, so Vreni Völkle, Rektorin der Volksschulen in der Stadt Luzern.

Grosse Herausforderungen

Viele Lehrpersonen stehen der integrierten Sekunderschule kritisch gegenüber. Die unterschiedlichen Leistungsniveaus seien für Schüler und Lehrpersonen eine grosse Herausforderung, sagte Denise Amstad, Klassenlehrerin am Mariahilf-Schulhaus in der Stadt Luzern.

Der Aufwand für die stadtluzerner Sekundarlehrer nehme mit dem neuen System massiv zu, sagte etwa Klassenlehrer Orlando Foffa, der ebenfalls am Mariahilf-Schulhaus in der Stadt Luzern unterrichtet. So viele unterschiedliche Schüler in einer Klasse würden das Unterrichten erschweren.

Vertrauen in den Lehrkörper

Kritisiert wird von den Lehrpersonen auch, dass die integrierte Sekundarschule mit dem bestehenden Lehrkörper umgesetzt wird. Neue Lehrer oder neue Schulräume gibt es laut Vreni Völkle keine.

Trotz Kritik glaubt Volksschulrektorin Vreni Völkle an das neue Sekundarschulsystem: «Mit dem Einsatz der Lehrpersonen wird das gelingen.» Ausserdem sei die integrierte Sekundarschule andernorts in der Zentralschweiz bereits erprobt. Auf diese Erfahrungen könne man zurückgreifen.

Umstrittene Schulreform: Die neu eingeführte integrierte Sekundarschule kommt nicht überall gut an

David von Moos