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Früher hat sie sich nicht gewehrt, heute setzt sie ein Zeichen

Projekt «Ich bin Schweiz»
Fast 40 Prozent der Schweizer Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Diese sind auch heute noch von Diskriminierung und Rassismus betroffen. Im Rahmen des Projekts «Ich bin Schweiz» werden Frauen mit Migrationshintergrund porträtiert und erzählen ihre Geschichte – beispielsweise Zorica Vukmirovic aus Luzern.
Publiziert am Mo 30. Aug 2021 12:15 Uhr

Eigentlich hatte ihre Tochter sie dazu gebracht beim Projekt mitzumachen: «Ich wollte sie und insbesondere die Frauen unterstützen», so die 64-jährige gebürtige Serbin.

Obwohl Zorica Vukmirovic in der Vergangenheit auch Erfahrung mit Rassismus gemacht hatte, hatte sie oft darüber hinweggesehen. Beleidigungen, blöde Sprüche oder Gäste, die ihr Trinkgeld zurücknehmen wollten, als sie im Service gearbeitet hat: «Ich habe gedacht, es gibt Spinner, die sagen alles Mögliche, trotzdem hat es mir wehgetan.» Sie habe gespürt, dass sie diskriminiert werde, habe aber nicht darüber nachgedacht, sondern es einfach akzeptiert. Auch weil ihre Motivation eine andere war: «Einfach arbeiten, ruhig sein, Geld für die Familie verdienen.»

Die gebürtige Serbin ist mit 22 Jahren in die Schweiz gekommen. Damals studierte sie in Ex-Jugoslawien Rechtswissenschaften. Sie kehrte nicht mehr zurück – weil es ihr in der Schweiz zu gut gefiel. Vukmirovic versuchte sich von Anfang an gut zu integrieren: eine aufgestellte Frau und zuverlässige, hilfsbereite Arbeitskraft.

Heute würde sich die 64-Jährige gegen die Diskriminierung wehren: «Vielleicht bin ich stärker oder vielleicht denke ich anders darüber.» Als Frau mit Migrationshintergrund macht sie sich insbesondere auch für die Gleichberechtigung stark. Weil diese noch lange nicht erreicht ist, appelliert sie an die Frauen. «Sie sollen einfach kämpfen», so die gebürtige Serbin. Sie wünscht sich, dass zukünftige Generationen keine Diskriminierung mehr erleben müssen: «Es soll keine Rolle spielen, woher die Person kommt. Ein Mensch ist ein Mensch.»

    #Rassismus#Migrationshintergrund#Diskriminierung
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