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Interesse an längeren Öffnungszeiten hält sich in Grenzen

Luzerner Restaurants
Die Luzerner Stadtregierung möchte nicht, dass Restaurants und Bars während der Sommermonate Gäste länger draussen bewirten dürfen. Die meisten Gastrobetriebe können diesen Entscheid nachvollziehen. Doch es gibt auch kritische Stimmen.
Publiziert am Di 9. Nov 2021 18:39 Uhr

Die Luzerner Stadtregierung lehnt ein Postulat der FDP ab, welches einen Pilotversuch für «mediterrane Nächte» fordert. Man habe gute Erfahrungen mit den aktuellen Öffnungszeiten gemacht, erklärt der Umwelt- und Mobilitätsdirektor der Stadt Luzern, Adrian Borgula. Deshalb sollen die Restaurants ihre Terrassen im Sommer weiterhin um Mitternacht schliessen müssen, im Winter bereits um 23 Uhr.

Borgula ist der Meinung, dass zurzeit ein gutes Gleichgewicht herrscht, was die Öffnungszeiten der Boulevardgastronomie betrifft: «Wir haben immer Reklamationen von beiden Seiten erhalten. Einerseits von denen, die die Aussenflächen mehr nutzen wollen. Andererseits von denen, die sich durch den Lärm gestört fühlen. Deswegen möchten wir den Kompromiss nicht in Frage stellen oder gar riskieren», so Borgula.

Zu wenig Innenplätze für die Gäste von draussen

Anders sieht dies Roger Duvoisin, Geschäftsleiter der Raviolibar. Er ist erstaunt vom Entscheid der Stadtregierung: «Gerade im Sommer möchte man auch spät abends draussen verweilen.» Aber dies sei in der Stadt Luzern schlicht nicht möglich. «Wir haben immer Probleme, wenn wir unsere Gäste um Mitternacht zurück in die Bar bringen müssen – besonders diesen Sommer während der Fussball-EM», erklärt Duvoisin.

Erschwerend komme dazu, dass sie im Innern der Bar zu wenig Platz für alle Gäste hätten, die zuvor draussen waren. Auch wenn er bisher noch nie Reklamationen von der Polizei oder Anwohnerinnen und Anwohnern wegen Lärmbelästigung erhielt, kann er verstehen, dass es nicht überall in der Stadt leise zu und her geht. Trotzdem ist er der Meinung: «In einer Stadt sollte man mehr Toleranz dafür zeigen.»

«Das Bedürfnis ist nicht vorhanden»

Alois Keiser, Geschäftsführer der Rathaus Brauerei, findet die Idee von «mediterranen Nächten» grundsätzlich spannend. Vor allem ausserhalb des Zentrums der Altstadt würden längere Öffnungszeiten durchaus Sinn machen. «Bei der Rathaus Brauerei ist jedoch das Problem, dass wir in einer bewohnten Zone mit vielen Hotels und Wohnungen stehen. Dementsprechend ist bei uns das Bedürfnis nach längeren Öffnungszeiten für Aussenflächen nicht vorhanden», erklärt Keiser.

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- Die Rathaus Brauerei an der Reuss.

Auch habe er das Gefühl, dass die Altstadt durch die Fasnacht und sonstige aussergewöhnliche Anlässe bereits genug belastet wird. «Grundsätzlich finden wir diese Idee von ‹mediterranen Nächten› gut, würden uns aber nicht zu den starken Befürwortern zählen.»

Bewilligung für Aussenplätze verlängern ist wichtiger

Auch vom Luzerner Mühlenplatz kommt eine ähnliche Rückmeldung. Laut José da Silva vom Restaurant Mamma Leone läuft das Hauptgeschäft tagsüber. «Uns bringt es nicht viel, wenn wir in der Nacht auch nach 24 Uhr noch Gäste bewirtschaften.»

Beim Lokal Filou & Bengel sei das Interesse an längeren Öffnungszeiten ebenfalls nicht vorhanden, weil das Lokal sowieso um 00.30 Uhr schliesst. «Für uns ist es wichtiger, dass die befristeten Aussenplätze auch nächstes Jahr erhalten bleiben», sagt Geschäftsleiter Roger Gmür. Die befristeten Aussenplätze wurden von der Stadt Luzern wegen der Corona-Pandemie zur Verfügung gestellt. Das Angebot ist bis Ende Jahr befristet.

Als Nächstes entscheidet das Luzerner Stadtparlament über die Forderung eines Pilotversuchs für «mediterrane Nächte».

    #Gastronomie#Nachtleben#Luzern
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