Wohncoaching: Stadtluzerner Pionierprojekt ist erfolgreich gestartet

Sozialhilfeempfänger wird bei der Wohnungssuche geholfen

Wohnungsangebot in der Stadt Luzern ist beschränkt

Vor knapp einem halben Jahr startete in der Stadt Luzern das Pionierprojekt „Wohncoaching“. Freiwillige Helfer unterstützen dabei vor allem Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger bei der Wohnungssuche. Der Bedarf an Hilfesuchenden sei gross. Rund 60 Personen hätten sich gemeldet, welche bei der Wohnungssuche Unterstützung brauchen, sagt der Leiter des Projekts Wohncoaching, Marcel Huber: „Verschiedene Personengruppen haben Schwierigkeiten, Wohnungen zu finden. Betroffen sind nicht nur Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe, sondern auch Personenkreise, die über ein bescheidenes Budget, knapp über dem sozialen Existenzminimum, verfügen.“

 

Vorurteile in der Gesellschaft

Im vergangenen halben Jahr konnten durch das Wohncoaching 26 Personen geholfen werden und insgesamt 11 Wohnungen vermittelt werden (fünf Einzelpersonen und sechs Familien). Im Einsatz sind momentan zwölf freiwillige Helfer, welche die Wohnungssuchenden unterstützen. Die unbezahlte Arbeit (durchschnittlich mehr als drei Stunden pro Woche und Helfer) erweise sich nicht immer als einfach, sagt Beatrice Piva, welche seit Anfangs November als Wohncoach im Einsatz steht: „Die grössten Schwierigkeiten sind die gesellschaftlichen Vorurteile mit denen die Wohnungssuchenden täglich zu tun haben. Welcher Vermieter gibt seine Wohnung einem Drogenabhängigen, wenn er noch 20 andere Bewerber hat?“

„Das Projekt ist in der Schweiz einzigartig.“

Als das Projekt „Wohncoaching“ im Februar 2013 von der Stadt Luzern vorgestellt wurde, wollte man rund 20 freiwillige Wohncoaches einarbeiten. Insgesamt 35 hätten sich anfangs gemeldet. Doch nur knapp die Hälfte hat die Schulung zum Wohnungscoach (4 Abende) gemacht. Deshalb sei man weiter auf der Suche nach freiwilligen Helfern, sagt der städtische Sozialdirektor Martin Merki: „ Das Projekt ist mit knapp 15‘000 Franken budgetiert. Deshalb ist es nicht möglich den Helfern etwas auszuzahlen.“

„Ohne Freiwilligenarbeit ginge bei diesem Projekt nichts“

Das Projekt sei bis jetzt ein Erfolg und man werde diesen Weg weitergehen, sagt Martin Merki weiter: „Wenn diesen Leuten nicht bei Wohnungssuche geholfen wird, landen sie auf der Strasse und kommen aus der Spirale des Elends nicht mehr raus – die Folgekosten wären sehr gross.“

 

Weitere Freiwillige gesucht

Um die Anzahl der Freiwilligen zu erweitern, suchen die Sozialen Dienste weitere Interessierte, die als Wohncoaches tätig sein und dadurch einen solidarischen Beitrag an die Gesellschaft leisten möchten. Entscheidend für den Einsatz als Wohncoach ist eine stabile, gefestigte Persönlichkeit sowie Sozialkompetenz, Diskretion, Kontaktfreudigkeit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sowie eine hohe Motivation und Fähigkeit zur (Selbst)Reflexion.

Die Freiwilligen werden professionell eingeführt und begleitet. Neben der Schulung zum Wohncoach findet ein regelmässiger Austausch mit Mitarbeitenden der Sozialen Dienste statt. Zudem können Intervisionssitzungen besucht werden. Interessieren Sie sich für die Aufgabe als Wohncoach, dann können Sie sich hier melden.

 

Audiofiles

  1. Projekt Wohncoaching in der Stadt Luzern. Audio: Lukas Keusch