Überfall auf Villa in Weggis: Täter verurteilt

Das Kriminalgericht verurteilte ihn zu drei Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe

Kriminalgericht Luzern am Alpenquai

Das Luzerner Kriminalgericht hat einen 33-jährigen Italiener unter anderem wegen Raub verurteilt. Der Mann hatte vor fünf Jahren zusammen mit drei Komplizen den Besitzer einer Villa in Weggis überfallen. Das Opfer war ein Bekannter des Beschuldigten, nämlich der Lebenspartner seiner Schwiegermutter.

Geschlagen, gefesselt und bedroht

Weil der Beschuldigte bei einem Mittäter Schulden hatte, sollte dem Villenbesitzer Angst eingejagt werden, damit er Geld zahle. Das Opfer wurde geschlagen, gefesselt, mit einer Pistole bedroht und zur Unterzeichnung eines Schuldvertrages über 2 Millionen Franken gezwungen. Zudem erbeuteten die Täter Geld und Wertsachen in der Höhe von knapp 270'000 Franken.

Aussagen widersprüchlich

Zum Tathergang waren die Aussagen der Täter widersprüchlich. Der Beschuldigte habe sich auf den Standpunkt, er sei selber Opfer gewesen, heisst es in dem Urteil des Kriminalgerichts. Das Gericht kam aber zum Schluss, dass der Beschuldigte einen wesentlichen Tatbeitrag geleistet habe. Er habe die "zündende Idee" gehabt und sein persönliches Verhältnis zum Opfer in die Tat eingebracht. Das Gericht qualifizierte den Beschuldigten deshalb als Mittäter.

Urteil weitergezogen

Der Beschuldigte soll ausserdem noch andere Delikte begangen haben. Das Kriminalgericht verurteilte ihn zu drei Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe. Der Verteidiger legte gegen das Urteil Berufung ein. Nun muss sich das Luzerner Kantonsgericht mit dem Fall befassen. Zwei Mittäter des Überfalls waren laut Angaben des Kriminalgerichts 2013 rechtskräftig zu Haftstrafen verurteilt worden. Ein vierter Mann ist noch immer auf der Flucht.