Felssturzgefahr: Die Unsicherheit bleibt

Trotz Entwarnung durch die Behörden bleibt die Gefahr vorerst bestehen

Die Sagenmattstrasse in Luzern ist gesperrt. Die vom Einsturz bedrohte Felswand im Gebiet Sagenmatt in Luzern Die vom Einsturz bedrohte Felswand im Gebiet Sagenmatt in Luzern Die vom Einsturz bedrohte Felswand im Gebiet Sagenmatt in Luzern

Wegen akuter Felssturzgefahr wurden am Morgen in der Stadt Luzern 125 Personen evakuiert. Mittlerweile sind die Betroffenen wieder zurück in ihren Wohnungen - obwohl die Gefahr noch nicht gebannt ist.

Nach Stunden der Ungewissheit konnten die evakuierten Anwohner kurz vor Mittag aufatmen. Nach sorgfältiger Überprüfung der Sachlage, haben die Behörden teilweise Entwarnung gegeben. Die Gefahr bleibt also bestehen. Die Felswand muss nämlich zuerst gesichert werden. Dazu soll laut dem zuständigen Geologen Beat Keller in den kommenden Tagen die untere Felsschicht abgetragen werden. Diese Arbeiten sollen bis in drei Monaten abgeschlossen sein. Anschliessend werde im Frühling dieses Jahres die ganze Felswand mit verankerten Betonrippen gesichert, so der Geologe weiter. 

Ein überlegter Entscheid

Dennoch habe man die evakuierten Personen mit gutem Gewissen in ihre Wohnungen zurückkehren lassen, betont Feuerwehrkommandant Theo Honermann. Man habe die Situation laufend unter Beobachtung. Zudem handle es sich beim Felsstück, dessen Bewegung am Dienstagmorgen den Alarm ausgelöst habe, lediglich um einen kleinen Teil der ganzen Felswand. 

Der Fels hinter dem Wohnblock an der Sagenmattstrasse 11 in der Stadt Luzern ist schon länger instabil. Deswegen wird die Felswand seit 1992 elektronisch mit Sensoren überwacht. Diese Nacht ist nun erstmals ein Alarm ausgelöst worden. Das System hat morgens um 02.47 Uhr angezeigt, dass sich der Fels bewegt. Aufgrund eines Augenscheins durch den zuständigen Geologen entschied die Feuerwehr der Stadt Luzern gemeinsam mit dem Gemeindeführungsstab der Stadt Luzern, die Bewohner des unmittelbar betroffenen Wohnhauses an der Sagenmattstrasse 11 zu evakuieren. Die 125 Personen verbrachten daher den Vormittag im Feuerwehrlokal an der Kleinmattstrasse. Betreut und verpflegt wurden sie dabei von rund 40 Zivilschützern.

Zugang bleibt eingeschränkt

Trotz teilweiser Entwarnung bleibt der Zugang zu den Häusern Sagenmattstrasse 7 und Sagenmattstrasse 11 bis auf weiteres gesperrt. Die Zufahrt für Anwohner ist aber möglich. Für die Hauptverkehrsachsen bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Der öffentliche Verkehr bleibt gewährleistet.

Audiofiles

  1. Unser Reporter Marco Zibung war live vor Ort. Audio: Marco Zibung
  2. Interview mit dem Chef des Führungsstabes der Stadt Luzern: Roland Koch. Audio: Matthias Oetterli
  3. Sagenmattstrasse: Vorerst bleibt die Gefahr. Audio: Urs Niedermann
  4. Betroffener Gabriel Lopes: Augenzeuge-Bericht. Audio: Roman Gibel
  5. Radio Pilatus Redaktor Philipp Breit mit einer Einschätzung von vor Ort. Audio: Philipp Breit
  6. Die Unsicherheit bleibt. Audio: David von Moos