Luzerner Kirche kritisiert Ausschaffung

Trotz Kirchenasyl wurden Mutter und Tochter nach Belgien ausgeschafft

Die Katholische Kirche der Stadt Luzern hat einen Vorstoss gegen die Ausschaffung einer Mutter und ihrer Tochter eingereicht (Archivbild). Die Mutter und ihre Tochter aus Tschetschenien genossen Kirchenasyl in Luzern (Archivbild). Am 12. November wurden sie nach Belgien ausgeschafft (Archivbild).

Die katholische Kirche der Stadt Luzern kritisiert die Ausschaffung einer Mutter und ihrer Tochter, welche in der Stadt Kirchenasyl erhalten hatten. Die beiden Tschetscheninnen wurden vor rund einer Woche nach Belgien ausgeschafft. Nun hat die katholische Kirche der Luzerner Kantonsregierung einen entsprechenden Vorstoss übergeben. 

Am Dienstag, 12. November, sind eine Mutter und ihre Tochter nach Belgien ausgeschafft worden. Ihnen war in der Stadt Luzern vor rund einem Jahr Kirchenasyl gewährt worden. Am Mittwoch, 20. November haben Vertreterinnen und Vertreter der Katholische Kirche dem Kanton unter dem Namen "IG Kirchenasyl" einen Vorstoss gegen die Ausschaffung eingereicht. In rund einer Woche sind schriftlich und übers Internet rund 4'000 Unterschriften zusammengekommen. Bei der Übergabe waren rund 150 Personen anwesend.

Forderung der katholischen Kirche

"Kein Kind ist illegal" und das Vorgehen der Luzerner Kantonsregierung ist unverhältnismässig, schreibt die IG Kirchenasyl in ihrer Mitteilung. In ihrem Vorstoss fordern sie eine Erklärung der Regierung. Das Dublin-Abkommen besagt, dass die Mutter und ihre Tochter zurück nach Belgien müssen, wo sie zum ersten Mal innerhalb Europas Asyl beantragt hatten. 

Die Stadtluzerner Pfarrei St. Leodegar gewährte der 53-Jährigen und ihrer elfjährigen Tochter aus Tschetschenien Kirchenasyl, um eine Überstellung nach Belgien im Rahmen des Dublinverfahrens zu verhindern. Am Montag, 11. November, seien die beiden aber von der Luzerner Polizei aufgegriffen worden. Die Katholische Kirche forderte den Stopp der Ausschaffung, wie sie anlässlich der Mahnwache vor dem Polizeigebäude mitteilte.

Enttäuscht von der Regierung

Die Unterzeichnenden des Vorstosses zeigten sich enttäuscht ob der Härte, mit der die Luzerner Kantonsregierung gegen die beiden vorging. So etwas solle im Kanton Luzern nicht wieder vorkommen. Laut der IG Kirchenasyl wurde das Mädchen von der Polizei aus der Klasse abgeholt und während der Ausschaffung eingeschüchtert.

Quelle: sda