ZentralschweizLuzernE-Scooter erobern die Strassen – das ist nicht unbedenklich

E-Scooter erobern die Strassen – das ist nicht unbedenklich

Verkehr
Trottinetts mit motorisiertem Antrieb: Auf den Strassen trifft man immer öfters E-Scooter an, welche hin und her flitzen. Die Onlinehändler freut es. Für die Ordnungshüter bedeutet dies eine neue Herausforderung.
Publiziert am Di 2. Nov 2021 06:13 Uhr
© KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi
- E Scooter

Es erscheint der Eindruck, als hätten sich viele, vor allem junge Erwachsene, im Sommer einen neuen E-Scooter angeschafft. Diese Beobachtung bestätigen auch diverse Onlinehändler. Bei «BRACK.CH» wurden gemäss Mediensprecher Daniel Rei eine vierstellige Anzahl von E-Scootern allein in den letzten sechs Monaten verkauft und das Wachstum hält an. «Im Vergleich zu denselben sechs Monaten im Vorjahr hat die Nachfrage auf «BRACK.CH» um 70 Prozent zugenommen», bestätigt Rei.

Auch wenn saisonbedingt das Wetter im Winter nicht für den E-Scooter geeignet ist, wird es hinsichtlich des Weihnachtsgeschäfts nochmals einige Bestellungen geben: «Obwohl wir fürs Jahresendgeschäft nicht mehr so eine saisonbedingt hohe Nachfrage wie Frühling bis Herbst erwarten, wird doch der eine oder andere E-Scooter unterm Christbaum liegen», meint Daniel Rei von Brack.ch.

Rei empfiehlt darum, die Geschenke früher als gewohnt zu besorgen. Auch Digitec und Galaxus verkauften bereits im letzten Jahr zunehmend E-Scooters – und das Wachstum hält an, bestätigt David Kübler. «Wenn wir die letzten sechs Monate betrachten, verzeichnen wir ein Wachstum von 20 Prozent im Vergleich zu der gleichen Zeit im letzten Jahr», sagt Kübler.

Etwa ein Viertel verstösst gegen das Gesetz

Dass es eine Zunahme von E-Scootern auf den Strassen gibt, stellt auch Franz-Xaver Zemp, Leiter der Fachstelle Verkehr bei der Luzerner Polizei fest. «Wir beobachten nicht nur vermehrt E-Scooters, sondern auch E-Riders auf den Luzerner Strassen.» E-Riders sind elektrobetriebene Zweiräder mit einer Sitzmöglichkeit und breiten Reifen, die einem Kleinmotorrad ähneln. Solange die E-Scooter dem Gesetzrahmen entsprechen, seien sie unbedenklich.

«Problematisch ist es, wenn sie schneller als 20 km/h fahren, mehr Leistung aufweisen oder sich die Fahrer nicht an die Regeln halten, wie wenn beispielsweise in der Fussgängerzone unterwegs sind», so Franz-Xaver Zemp. Genau bei solchen Fahrzeugen, die nicht den Vorschriften entsprechen, stellt Zemp ebenfalls eine markante Zunahme fest: «Grob geschätzt sind es etwa ein Viertel, Zahlen haben wir nicht.» Es werden diesbezüglich, wenn nötig, auch punktuell Kontrollen durchgeführt und illegale Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen.

Gesetzgebung ähnlich wie beim Velo

Ein E-Scooter wird einfach erklärt, ähnlich wie ein Velo gehandhabt. Es ist auf der Strasse zugelassen und muss auf dem Velostreifen fahren. Heisst: auf dem Fussweg sind sie nicht zugelassen. Zudem benötigen sie Bremsen, Vorder- und Rücklichter und eine Glocke. Ein Helm ist nicht nötig. Ein Kontrollschild benötigt man ebenfalls nicht. Die E-Scooter haben eine Geschwindigkeitsbegrenzung des Motors: Sie dürfen nicht schneller als 20 km/h auf der Strasse fahren. Ausserdem darf die Leistung des Motors nicht mehr als 500 Watt betragen.

    #E-Scooter
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