ZentralschweizLuzernWeihnachten bei 35 Grad und Grittibänz mit kurzen Hosen

Weihnachten bei 35 Grad und Grittibänz mit kurzen Hosen

Luzernerinnen in Afrika
Bei 35 Grad und viel Sonnenschein, dafür ohne Familie: Da kommt bei den beiden Luzernerinnen, die aktuell in Afrika weilen, nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Für uns haben sie sich auf die Suche gemacht und sind fündig geworden.
Publiziert am So 26. Dez 2021 11:36 Uhr
© Sibylle Freiermuth
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Als Anna Hartmann Mitte November nach Windhoek unterwegs war, stiess sie erstmals auf die blühenden Vorboten der Weihnachtszeit. «Auf dem Weg sah ich einen wunderschönen Baum mit roten Blüten.» Sie fragte ihre Arbeitskollegin aus dem Finanzteam, Eugenie, was dies für ein Baum sei. Diese antwortete: «Das ist der Muparara Tree (Mimosa-Baum). Seine roten Blüten sind ein Zeichen dafür, dass es bald Weihnachten ist.»

© Anna Hartmann
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Auch für Sibylle Freiermuth ist die Adventszeit bei über 30 Grad ein besonderes Erlebnis. Trotzdem findet auch sie Anzeichen, dass Weihnachten bevorsteht: «In den Einkaufszentren hängen bunte Girlanden und stehen künstliche Weihnachtsbäume,» erzählt die Luzernerin.

Am 5. Dezember feierte sie gemeinsam mit Comundo-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Samichlaus-Brunch. «Mit neun anderen Schweizerinnen und Schweizerin sowie fünf Kindern haben wir unter einem Mangobaum und neben ein paar Bananenstauden die Schweizer Traditionen hochleben lassen, auch wenn wir sie ein bisschen anpassen mussten», so Freiermuth. Nebst Nüssen, Mandarinen, Schöggeli, feinem Birchermüesli, frischem Zopf gab es auch Litchee, Guacamole und selbst gemachte Grittibänzen in kurzen Hosen.

Feierliche Stimmung verspürte die Englisch-Lehrerin am 4. Advent, als sie mit Hannah, einer Comundo-Mitarbeiterin, und Joyce, die sie in der lokalen Sprache Cinyanja unterrichtet, die Roma Parish Church für ‹Carols by Candel Light› besuchte. «Fast drei Stunden lang haben verschiedene Kirchengruppen Weihnachtslieder gesungen. Die meisten Lieder kannte ich nicht, aber ‹O Come All Ye Faithful› und ‹Joy to the World› gehörten auch dazu», erzählt die 32-Jährige. Als dann «Stille Nacht» bei einem Kerzenlichtmeer erklang, sei bei ihr Weihnachtsstimmung aufgekommen.

Weihnachtsessen: Kochen für 150 Leute ohne Strom

An einer Art Weihnachtsessen nahm die 34-Jährige Anfang Dezember teil – am «End Year Function» mit rund 150 Mitarbeitenden des Bildungsdirektorats. Sie begleitete zehn Frauen, die kochten. Nur fiel an diesem Tag der Strom für längere Zeit aus, erzählt Hartmann. «Wir kochten deshalb unter freiem Himmel am offenen Feuer mit Wasser aus dem nahe gelegenen Fluss Kavango. Wir wuschen in Becken ab, schnetzelten jede Menge Gemüse, marinierten Fleisch, bereiteten Nudelsalat zu und kochten Pap.» Pap ist eine Art Polenta aus Mais-Mehl, das mit den Händen gegessen wird und im südlichen Afrika zu jedem Gericht serviert wird. Als das Festmahl fertig zubereitet war, verschob sich die Festgemeinde zum Kavango River. Dort wurden zahlreiche lange Reden gehalten und Geschenke ausgetauscht, bis endlich das fein zubereitete Essen verspeist werden durfte. «Anschliessend tanzten alle zu lauter afrikanischer Musik und feierten», erzählt die Krienserin. «Die fröhliche Stimmung, die Gelassenheit und die Lebensfreude meines Teams haben mich an diesem Tag sehr fasziniert und angesteckt.»

Kalter Glühwein und Marshmallows

Am 24. Dezember feierte Anna Hartmann Weihnachten mit ihren namibischen Freunden und ein paar Arbeitskolleginnen, die ebenfalls für Comundo in Namibia im Einsatz sind. «Wir trafen uns in unserem Garten, kochten lecker, ‹wichtelten›, rösteten Marshmallows auf dem Feuer und tranken den Temperaturen entsprechend kalten Glühwein. Um 22 Uhr war es noch warm. Mein Highlight war unser Laubbaum, den wir zu einem hübschen Weihnachtsbaum dekoriert hatten.»

Für die Krienserin war es eine schöne, unvergessliche Weihnachtszeit in Namibia. «Ganz anders als zu Hause, aber eben doch irgendwie Weihnachten.»

Sibylle Freiermuth hat Heiligabend mit anderen Schweizerinnen verbracht und ein Weihnachtsessen genossen. Das Fazit der 32-Jährigen: «Mailänderli, gebrannte Erdnüsse, und Abkühlung im Schwimmbad. Richtig weihnachtlich!»

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© PilatusToday

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