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«Mein Körper hat nicht mehr daran geglaubt, mein Kopf schon»

Joel Wicki ist Schwingerkönig
Nach 36 Jahren hat die Innerschweiz wieder einen Schwingerkönig. Joel Wicki bodigt im Schlussgang von Pratteln den Berner Matthias Aeschbacher. Der Sörenberger krönt im Alter von 25 Jahren seine Karriere.
Publiziert am So 28. Aug 2022 20:03 Uhr

36 Jahre Innerschweizerische Leidenszeit ist zu Ende. Beendet hat sie der Sörenberger Joel Wicki. Der 25-Jährige setzt sich die Krone des Schwingerkönigs auf. In einem hochstehenden Schlussgang bezwingt er den Berner Matthias Aeschbacher. Vor drei Jahren verlor er in Zug nach wenigen Sekunden gegen Christian Stucki.

© (KEYSTONE/Ennio Leanza)
- ESAF 2019

Wicki zeigte eindrücklich, dass eine zweite Schlussgang-Niederlage für ihn keine Option war. Mehrmals wehrte er sich auf spektakuläre Art und Weise gegen den frischer wirkenden Berner. Sein Sieg war definitiv eine Willensleistung: «Mein Körper glaubte nicht daran, mein Kopf jedoch schon», sagte der neue Schwingerkönig im Interview bei SRF.

© KEYSTONE/Peter Schneider
- Wicki Schlussgang ESAF 2022

Joel Wicki startet mit dem Sieg am Zuger Kantonalen Anfang Mai perfekt in die Saison. Doch es folgten auch weniger schöne Momente. Eine Schnittverletzung an der Hand und ein Todesfall im engeren Umfeld belasteten den 25-Jährigen in den Wochen vor dem ESAF.

Der Start ins Eidgenössiche von Joel Wicki war weniger eindrücklich als sein Start in die Saison. Im Anschwingen musste er gegen Adrian Walther stellen und auch im 2. Gang brauchte er viel Geduld für den Sieg gegen Matthieu Burger. Stucki fand danach aber immer mehr zu seinem Schwingen. Die Gänge drei bis sechs gewann er eindrücklich. Und als es im 7. Gang gegen Fabian Staudenmann um die Schlussgangteilnahme ging, behielt er die nötige Ruhe. Genau wie wenig später im Schlussgang.

Mit dem Kopf bereits wieder bei der Arbeit

Joel Wicki führt zusammen mit einem Kollegen ein Baggerunternehmen und wird bald zusammen mit seiner Freundin einen Hof übernehmen. «Ich liebe die Arbeit mit Tieren», sagte er kurz nach seinem Triumph. Auf die Frage, ob denn nun eine lange Freinacht vor ihm stehe, antwortete er: «Es wird sicher angestossen, aber wichtig ist mir auch, dass ich unfallfrei nach Hause kann.» Bereits kurz nach seinem Triumph hatte Wicki wieder seine Arbeit im Kopf. Eine typische Aussage für den stets kontrollierten Sörenberger.

Das erste grosse Ausrufezeichen setzte Joel Wicki als er als 17-Jähriger das erste Mal einen Schwingerkönig bezwang. Er legte Rekordkranzer Nöldi Forrer auf den Rücken. Ein Jahr später triumphierte er am Schwarzsee. Mittlerweile hat er 17 Kranzfeste gewonnen. Das Grösste am Sonntag mit dem Sieg am Eidgenössichen Schwing- und Älplerfest 2022.

Übrigens: Am Dienstag möchte selbst Joel Wicki feiern: «Am Dienstag gibt es, so glaube ich, bei uns einen Einzug. Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von euch kommen würden.»

Hier gibt es das ESAF zum Nachlesen:

(hto)

    #ESAF#Schwingen#Joel Wicki
© PilatusToday