Nachrichten«Situation ist prekärer als im März»
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«Situation ist prekärer als im März»

Point de Presse
Am Dienstag informierten Expertinnen und Experten zu den neusten Entwicklungen rund um das Coronavirus. In der Schweiz ist die Verbreitung des Virus weiterhin exponentiell. Die Zahl der Hospitalisierung sei jetzt auf dem Niveau der ersten Welle. Eine Reaktion der Bevölkerung bleibe bisher aber grösstenteils aus.
Publiziert am Di 27. Okt 2020 13:22 Uhr

«Zu einschneidenden Massnahmen gibt es aus unserer Sicht keine Alternativen», sagt Martin Ackermann, Präsident der Nationalen COVID-19 Science Task Force. Die Lage sei schlimmer als im März. Er sei daher froh, dass einige Kantone bereits eigenständig schärfere Massnahmen beschlossen haben. Die Menschen würden sich aber noch nicht wie im März verhalten. «Bewegungsdaten zeigen, dass wir unsere Mobilität nicht genug zurückfahren. Wir sind bei 75 Prozent gegenüber der Normalität», so Ackermann. Dabei gelte jetzt wieder: «Zuhause bleiben, wann immer es möglich ist.»

Überlastung der Spitäler denkbar

Auch Andreas Stettbacher vom Sanitätsdienst hat keine guten Nachrichten. Derzeit seien auf den Intensivstationen 725 von 1'071 Betten belegt. Davon sind 207 Corona-Patienten. «Wenn die Entwicklung gleich weiter gehen würde und keine Massnahmen getroffen werden, reichen die Intensivbetten trotz Ausbau auf 1'400 Betten nur noch 10 Tage», so Stettbacher.

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Ausbau der Kapazitäten nur ein Tropfen auf dem heissen Stein

«Auch wenn wir die Bettenkapazitäten um 50 Prozent erhöhen, was sehr unrealistisch ist, brächte uns das bei gleichbleibendem Wachstum nur ein paar Tage», so Ackermann. Das einzige, was eine Überlastung verhindert, sei die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Wenn dies nicht gelingt, könnten Ärzte bereits in zehn Tagen vor der Entscheidung stehen, welcher Patient behandelt werden soll.

Würde es der Wirtschaft ohne Massnahmen besser gehen?

Die National COVID-19 Science Task Force geht davon aus, dass die Wirtschaft auch ohne einschneidende Massnahmen gegen die Pandemie leiden würde. Die Unsicherheit in der Bevölkerung sei gross. Dazu komme die Planungsunsicherheit, was Gift für die Wirtschaft ist.

Eine Kurz- Zusammenfassung der Medienkonferenz im Video:

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