ZentralschweizLuzern1. Värsli-Brönzlete am Komische Frytig
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1. Värsli-Brönzlete am Komische Frytig

Värslen, sprüchlen und Integrieren an der Lozärner Fasnacht
Publiziert am Fr 21. Feb 2020 22:23 Uhr

An der Luzerner Fasnacht wird ab sofort wieder «gspröchlet» und «gvärslet». Leute auf die Schippe zu nehmen – im Luzerner Volksmund auch «integrieren» genannt – das wurde mit der 1. Komisch Frytig Värsli-Brönzlete wiederbelebt. Die «Värsli-Brönzler» sorgten in Luzerner Beizen mit Sprüchen über die Luzerner Stadtregierung, Klimaaktivistin Greta Thunberg oder auch dem FCL für viele Lacher.

Wer erinnert sich nicht an die früheren Fasnachtszeiten: Da gehörte neben dem bunten Treiben in den Luzerner Gassen auch das Sprüchlen in den Beizen fest zur Fasnacht. Dies ist zwar nicht ganz verschwunden, es hat einfach weniger Beizen gegeben, sagt Peti Federer, der zusammen mit seinem OK die 1. Komisch Frytig Värsli-Brönzlete in diesem Jahr wieder ins Leben gerufen hat.

«Wir haben einfach gemerkt, dass es ein Bedürfniss ist.»

Und so ging am Komische Frytig in den Beizen richtig die Post ab. Es wurde fleissig «gspröchlet» und «gvärslet» oder eben «integriert». Zehn Gruppen waren im halbstundentakt abwechslungsweise in acht Stadtluzerner Beizen (Lapin, Barbatti, Schweizerhof, Luzernerhof, Rebstock-Hofstübli, Rebstock-Hofegge, Cafe Suisse – bekannt als „Doorzögli“, und Des Alpes) unterwegs.

Wegen der «Värsli-Brönzlete» haben sich einige Gruppierungen neu zusammengebildet, andere sind bereits routiniert im «Värsli brönzlen». So etwa die drei Päpste aus Luzern – «Urbi@Orbi». Regelmässig an der Beizen-Fasnacht in Sursee oder auch Malters anzutreffen – gaben dieses Jahr in Luzern einen geistlichen Touch ab. Und scheuten auch nicht davor, die Kirche in ihre Sprüche miteinzubeziehen.

Oder auch die Gruppe «Hauet em Hond de Schwanz ab», der Fidelitas Lucernensis mit ihrem diesjährigen Dominus Reto Bachmann versuchten sich als eine der acht Gruppieren am «Värsli Brönzlen». Und sorgten mit Sprüchen für viel Gelächter. Unter anderem thematisierten sie den aktuellen Wahlkampf.

Grosses Interesse

Das Pubikum wurde allgemein von den Gruppen nicht enttäuscht: Von Ladenöffnungszeiten, über Klimaaktivisten Greta Thunberg, Donald Trump, dem FC Luzern bis hin zu den Bundesratswahlen kam auch die Stadtregierung nicht zu kurz.

Die Auftritte der «Värsli-Brönzler» an der Fasnacht waren beliebt – alle Beizen waren rappelvoll. Kein Wunder: Bereits im September waren alle 700 Plätze in den acht Beizen innert Stunden ausverkauft. Dem OK um Peti Federer, Kurt Sidler und Herbert Gut ist es also gelungen, dem Anlass aus der Vergangenheit eine Zukunft zu geben. Sie alle waren am Komische Frytig selbst als «Värsli Brönzler» unterwegs.

Die «Värsli-Brönzlete» am Komische Frytig hat den Fasnachtsnerv vieler getroffen. Und damit ein vielleicht nicht verlorenes, aber fast verschwundenes Fasnachts-Kulturgut wiederbelebt.

Urbi@Orbi - die drei Päpste aus Luzern - über Sexualität und Ehe

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